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Bei Ikea Österreich bleibt kein Stein auf dem anderen © APA/EPA/Yuri Kochetkov
© APA/EPA/Yuri Kochetkov

20.11.2015

Bei Ikea Österreich bleibt kein Stein auf dem anderen

Mit einem leichten Umsatzplus geht das erste Geschäftsjahr unter der Führung von Viera Juzova zu Ende.

••• Von Nataša Nikolic

VÖSENDORF. „Wir haben im Geschäftsjahr 2015 vor allem in die Zukunft investiert”, sagt Ikea ­Österreich-Geschäftsführerin ­Viera Juzova. Die seit Dezember 2014 amtierende Ikea-Chefin meint vor allem die Investitionen in den Umbau von zwei bedeutenden Standorten im Wiener Raum: Vösendorf und Wien Nord wurden für insgesamt 64,8 Mio. € rundumerneuert. Knapp 56,8 Mio. € davon flossen allein ins größte und älteste Einrichtungshaus, nach Vösendorf, wo buchstäblich kein Stein auf dem anderen blieb. „Das gesamte Einrichtungshaus wurde einmal um seine Achse gedreht”, erzählt Juzova. Ein neuer Eingang ermöglicht jetzt den Zutritt direkt in die Markthalle, und Restaurant und Cafébar laden im gemütlichen Ambiente zum Verweilen ein.

Veggieballs & smarte Wohnungen

Die Restaurants und Bistros tragen „einen erklecklichen Teil” zum Umsatz bei und „locken mit schwedischen Köstlichkeiten”, weshalb Ikea beständig das Angebot erweitert. „Wir haben damit begonnen, noch viel mehr gesündere und nachhaltig produzierte Köstlichkeiten anzubieten.” Im Klartext heißt das Veggieballs statt bzw. als Alternative zu Fleischbällchen, ein zu 100% MSC- oder ASC-zertifiziertes Fisch- und Meeresfrüchteangebot und eine Umstellung des Getränkeangebots auf 30% weniger zuckerhaltige Soft Drinks.

In Wien Nord hat Ikea eine Smart-Wohnung und zwei Gemeindeküchen nachgebaut und eingerichtet. „Das sind 55 m2 große geförderte Standard-Wohnungen, wie sie etwa in der Seestadt Aspern, im Sonnwendviertel oder am Nordbahnhofgelände zu finden sind”, ­erklärt Wien Nord Einrichtungshaus-Chef Jan Janko. Einrichtungstechnisch wurde alles berücksichtigt: Vor allem viel Stauraum und Doppelfunktionen, welche gerade in kleineren Wohnungen essenziell sind. Das Motto des Möbelriesen lautet hier: Die Einrichtung muss zu jeder Lebenssituation passen und schnell änderbar sein.
Auf die seit September in Wien Nord ausgestellten Musterwohnungen ist die neue Geschäftsführerin besonders stolz: „Wir haben es in Wien Nord geschafft, wirklich marktrelevante Musterzimmer und -wohnungen zu bauen. Damit können sich unsere Kunden viel besser vorstellen, wie sie ihre eigene Wohnung schön und leistbar einrichten können.”
Parallel zu den Standorten im Wiener Raum wurde auch jenem in Innsbruck zu neuem Glatz verholfen. Anfang März erfolgte die Grundsteinlegung für das 27 Mio. €-Projekt: „Das Grundwasser wird ebenso in Innsbruck genutzt wie die Kraft der Sonne durch die neue, riesige Photovoltaikanlage auf dem Dach. Der Strom kommt wie bei allen anderen Standorten ohnehin schon seit Jahren ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen”, führt die Ikea-Chefin aus. Das bisher kleinste Einrichtungshaus wurde um 5.000 m2 vergrößert und ist gleichzeitig zum umweltfreundlichsten avanciert und soll am 7. Dezember feierlich eröffnet werden.

Stabil mit leichtem Plus

Die Nummer drei am heimischen Möbelmarkt hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem leichten Umsatzplus abgeschlossen. Gegenüber dem Vorjahr verbesserte er sich von 654,3 auf 655,9 Mio. €. Welche Produktgruppe das Zugpferd ist, verrät Juzova nicht, nur so viel: „Traditionell sind die wichtigsten Wohnbereiche auch die größten Umsatzbringer: Küchen natürlich sowie Schlaf- und Badezimmer mit allem, was dazu gehört – von Möbeln und Accessoires bis hin zu den Textilien und Mistkübeln.”

Seit 1977 sind die Schweden in Österreich und haben bisher sieben Einrichtungshäuser. Der Wunsch nach einem achten in Vorarlberg besteht schon seit Langem, wurde bisher allerdings nicht wahr: „Wir sind nach wie vor an einem Standort in Vorarlberg interessiert, der Ball liegt aber nicht bei uns”, so Juzova abschließend.

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