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Berger Schinken lebt Transparenz © Berger Schinken/Philipp Lipiarski

Opening Feierliche Eröffnung des Zubaus in Sieghartskirchen.

© Berger Schinken/Philipp Lipiarski

Opening Feierliche Eröffnung des Zubaus in Sieghartskirchen.

Redaktion 01.12.2017

Berger Schinken lebt Transparenz

Im 1.000 m² großen Zubau im Raum Tulln gewährt der Schinkenproduzent Einblicke in seine Arbeit.

SIEGHARTSKIRCHEN. Nach einjähriger Bauphase ist der Zubau des Produktionsstandorts von Berger Schinken in Sieghartskirchen nun fertiggestellt. Rund 6 Mio. € hat sich der österreichische Fleisch- und Wurstverarbeiter das kosten lassen. Das Investment sollte dabei einerseits die Produktion durch die Einbindung neuer Anlagen erweitern, andererseits sollte damit auch dem Transparenz-Gedanken Rechnung getragen werden.

Transparenz als Leitsatz

„Show-Cooking liegt im Trend. Damit rücken wir ein Stück näher zu unseren Konsumenten”, ist auch Rudolf Berger, Eigentümer und Geschäftsführer von Berger Schinken, überzeugt. Der gesamte Zubau stehe unter dem Aspekt der gelebten Transparenz, auf die das Unternehmen stolz sei. „Wir zeigen gern, wie wir arbeiten.” In dem neuen Zubau befindet sich deshalb neben einem Präsentationsbereich auch eine Schauküche, die für Kunden das Thema Fleisch und Schinken erleb- und schmeckbar machen soll. Von der Herstellung bis zum fertigen Produkt wird also der gesamte Prozess unter einem Dach gezeigt.

Auch die Büros mit insgesamt 60 Arbeitsplätzen sind in dem neuen Gebäudeteil untergekommen. In Zukunft sollen Themenworkshops, Präsentationen und Führungen durch den Betrieb auch dem Wunsch der Kunden Rechnung tragen, einen Einblick in die Produktion der Lebensmittel zu bekommen, die sie konsumieren. „Nicht nur wir gehen auf unsere Kunden zu, sie kommen auch zu uns und möchten sehen, wo der Schinken herkommt, den sie gern essen”, so Berger. Mit dem 1.000 m2 großen Zubau sowie dem Investment in eine neue Sliceranlage erweitert Berger Schinken auch den Bereich Fleischzerlegung und die Produktion für Groß- und ­Gastronomiekunden.
„Viele Küchenchefs der Systemgastronomie vertrauen auf unser handwerkliches Können und kaufen bei uns spezielle ­Zuschnitte”, so Rudolf Berger über den wichtigen Geschäftszweig. So werden etwa Schnitzel in bestimmten Grammaturen produziert und „maßgeschneiderte” Fleischstücke für die Großkunden zugeschnitten.
Was im Jahr 1890 als kleine Fleischerei im Raum Tulln begann, ist heute ein großes Unternehmen mit 550 Mitarbeitern und mehr als 60 verschiedenen Schinkensorten geworden. Der Produktionsstandort in Sieghartskirchen ist mit 125 Jahren der älteste des Schinkenherstellers. Aber: der Zugang sei der gleiche geblieben, so das Unternehmen: lokale Produktion, regionale Wertschöpfung und ­saisonale Spezialitäten sollen die Marke noch immer aus­zeichnen.

Soziale Verantwortung

Die Standorterweiterung kommt auch der Region nicht ungelegen. Berger Schinken ist dort nämlich mit seinen 550 Arbeitsplätzen zum zweitwichtigsten Arbeitgeber in Tulln geworden. So äußern sich auch politische Vertreter, wie die Bürgermeisterin aus Sieghartskirchen, Josefa Geiger, positiv über das Wirtschaften von Berger Schinken: Es sein ein „wichtiger Wirtschaftsfaktor”. Zudem können auch umliegende Landwirte von dem Herstellungsort profitieren: Der Bezug von Fleisch aus der Region sei für die heimischen Bauern wichtig, so Geiger, und sichere in vielen Fällen deren Einkommen. Die Landeshauptfrau von Niederösterreich, ­Johanna Mikl-Leitner, empfindet die Erweiterung sogar als „Kompliment an den Wirtschaftsstandort Niederösterreich”.

Regionale Wertschöpfung

Berger Schinken baute die Partnerschaft mit den Landwirten in den letzten Jahren kontinuierlich aus. Gemäß dem Leitsatz „Zukunft braucht Herkunft” werden für die Initiative „Regional-Optimal” ausschließlich Bauern im Umkreis von 50 Kilometern rund um das Berger-Werk als Lieferanten zugelassen, und die Schweine werden mit Futter aus der Region gefüttert. Nachhaltigkeit ist oft bloß ein Schlagwort”, so der Geschäftsführer Rudolf Berger; bei ihnen sei es aber „Teil der Unternehmenskultur, denn als Schinkenmacher sind wir davon abhängig, dass unsere Produktion nachhaltig ist und Bestand hat”. (red)

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