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Billa setzt den großen Fuß ins Digital Retail © Pampel/Billa

Lagerbestand Billa Vorstand Robert Nagele, Vorstand der Rewe International AG Frank Hensel, Head of Digital & Innovations Julia Stone und Billa Vorstand Josef Siess im neuen Billa FFC.

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Lagerbestand Billa Vorstand Robert Nagele, Vorstand der Rewe International AG Frank Hensel, Head of Digital & Innovations Julia Stone und Billa Vorstand Josef Siess im neuen Billa FFC.

christian novacek 16.06.2017

Billa setzt den großen Fuß ins Digital Retail

In Liesing wurde Billas Fulfillment Center eröffnet – es stellt den eCommerce der Rewe auf neue Beine.

••• Von Christian Novacek

Billa hält am expansiven Onlinekonzept fest und untermauert dieses jetzt baulich: „Mit der Eröffnung des ersten österreichischen Food Fulfillment Centers – das mit manueller Einzelkommissionierung nur Online-Bestellungen betreut – schlagen wir ein neues Kapitel in der Geschichte des österreichischen Lebensmittelhandels und unseres Unternehmens auf”, betont Billa-Vorstand Josef Siess. Das FFC bringt rund 90 neue Arbeitsplätze und ist in seiner Dimensionierung klar auf Wachstum im Online-Bereich ausgelegt.

Zentraler Angelpunkt

Seit Mai läuft's rund im FFC, das nun zentral das erledigt, was vorher in sieben Filialen für den Großraum Wien so geschupft wurde; konkret sind das: Alle Aktivitäten von der Entgegennahme der Online-Bestellungen über die manuelle Kommissionierung bis hin zur Zustellung der Waren (fünf Mal am Tag). Weil die zentrale Steuerung offenbar das Handling erleichtert, wird jetzt auch das Liefer-Zeitfenster verkürzt, nämlich auf zwei Stunden. „Damit haben wir uns in Hinblick auf Frische der Waren, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit bei Service und Auslieferung einmal mehr klar als Innovationsführer im Online-Lebensmittelhandel ­positionieren wollen”, sagt ­Siess. Und Vorstandskollege ­Robert Nagele ergänzt stolz: „Wir waren nicht nur die Ersten, die auf den Online-Handel gesetzt haben, wir haben auch den Anspruch, die Besten zu sein.” Mithin sei die Errichtung des FFC nur eine logische Konsequenz im Sinne einer optimalen Rundum-Versorgung der Kunden.

Billa Online erzielte zuletzt 2016 ein Umsatzplus von 160% – womit zwar über die tatsächliche Umsatzgröße wenig gesagt ist, aber augenscheinlich reicht sie aus, um die bisherige Vorgangsweise zu verabschieden. Im FFC gibt es auf 7.250 m² genügend Platz für eine Erweiterung der Produktpalette sowie erhoffte Mengenzuwächse.

Modernste Technologie

Top-Qualität im Online-Bereich stellt den Lebensmittelhandel (LEH) im Gegensatz zu Buch-, Schuh- oder Modebranche vor merklich größere Herausforderungen, „vor allem, weil bei uns der Anteil der Frische-Produkte bereits bei mehr als 50 Prozent der Online-Bestellungen liegt, das ist die Königsklasse des eCommerce”, betont Siess.

Die Auswahl im Online-Shop gleicht in der Vielfalt einer Filiale – das gesamte Sortiment von rd. 8.000 Artikeln ist verfügbar. Somit müssen drei Kühlzonen (Zimmertemperatur, Kühlung, Tiefkühlung) während des gesamten Logistik-Prozesses aufrechterhalten werden.Relevante Qualitäts- und Hygienevorschriften sind ebenso punktgenau wie im stationären Handel einzuhalten.
Im FFC agieren die Mitarbeiter quasi in Vertretung des Kunden als „Personal Shopper”: Jede Bestellung wird bis hin zum fertigen Paket betreut, Gebäck frisch aufgebacken, Wurst und Schinken bestellungsaktuell geschnitten, Obst und Gemüse mit optimalem Reifegrad ausgesucht – unterstützt durch die neueste State-of-the-Art-Technologie.

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