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Das Croissant für alle © Lukas Lorenz/Ströck

Pierre Reboul, Zuckerbäcker bei Ströck, und Bäckermeister Philipp Ströck.

© Lukas Lorenz/Ströck

Pierre Reboul, Zuckerbäcker bei Ströck, und Bäckermeister Philipp Ströck.

daniela prugger 03.06.2016

Das Croissant für alle

Das handgewickelte Croissant, das es nun in allen Filialen gibt, ist ein Bekenntnis zur Qualität. Beim Preiskampf mit Discountern macht Ströck schlicht und einfach nicht mit.

••• Von Daniela Prugger

WIEN. Pierre Reboul und Philipp Ströck sind sichtlich glücklich: Ihr „Baby”, Pierres Croissant, ein handgewickeltes, frisch gebackenes Croissant mit hohem Butteranteil, das sich im Lokal Ströck-Feierabend bereits etabliert hat, gibt es seit Anfang Juni auch in allen anderen Ströck-Filialen (insgesamt sind es 70 in Wien). „Wir haben uns lange überlegt, wie wir es schaffen können, das Croissant in derselben Qualität, aber für viele Filialen herzustellen”, erklärt Philipp Ströck im Gespräch mit medianet.

Mehr Feierabend

Vier Jahre lang habe man am Produkt getüftelt und es weiterentwickelt. Nun will Ströck mit Pierres Croissant einen Impuls geben und den zuletzt stagnierenden Plunderumsatz pushen. „Wir glauben, dass das das beste Croissant in Wien ist”, sind beide überzeugt. Vom Teig bis zum fertig gebackenen Hörnchen braucht es 24 Stunden. Der Sauerteig muss ausreichend rasten, nur so kann sich das Aroma entwickeln. Viel Arbeit, die sich auch auf den Preis – 1,39 € – auswirkt. „Damit ist das Croissant nun um 30 Cent teurer. Aber die Konsumenten werden es annehmen”, versichert der jüngste Spross des Familienunternehmens. Der Kunde sei bereit, für Qualität und Handwerk zu zahlen – und dass teuer sein und schlechte Qualität liefern nicht funktioniert, wisse wohl mittlerweile jeder Lebensmittelhersteller.

Hinsichtlich des Filialnetzes stünden derweil keine konkreten Expansionsvorhaben an. „Wir suchen nicht unbedingt nach neuen Filialen, aber wenn sich ein guter Standort ergibt, dann werden wir uns das anschauen”, meint Ströck. Was die Bäckereifilialen angeht, empfindet er den Wiener Markt außerdem schon eher als gesättigt.
Das Konzept Feierabend aber – also die Kombination von Bäckerei und Abendlokal mit moderner Küche rund ums Brot – wird vielleicht nächstes Jahr noch an einem weiteren Standpunkt umgesetzt. Für dieses Jahr geht Ströck von einem Umsatzwachstum um ein bis zwei Prozent aus, Zahlen will er keine bekannt geben. „Wachsend ist vor allem der Snack-Bereich und in den letzten Jahren auch wieder das Gebäck. Große Brote hingegen sind –wie überall – eher rückläufig.”

„Wollen nicht mithalten”

Dem den Brot- und Gebäck-Markt mittlerweile eigenen Preisdruck blickt Ströck gelassen entgegen. Man können nun mal keine Semmeln um 12, 13 Cent verkaufen wie die Discounter. „Da können und wollen wir nicht mithalten. Außerdem haben wir die Konkurrenz durch die Discounter nicht wirklich gespürt.” Es sei auch nicht alles schlecht, was im Discounter angeboten werde. „Aber mit dem Preis bleibt halt am Ende für keinen mehr was übrig.”

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