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Das Shoppen der Zukunft © Panthermedia.net/Nmedia
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Nataša nikolić 25.03.2016

Das Shoppen der Zukunft

Bezahlen mittels Selfie in Supermärkten ohne Personal oder Einkaufen, ohne das Auto zu verlassen im Supermarkt-Drive-in – alles nur Visionen oder bald Wirklichkeit?

••• Von Nataša Nikolic

WIEN. Wie wird wohl der tägliche Einkauf in zehn, zwanzig Jahren aussehen? Angesichts der zahlreichen Innovationen im Handel, die in den letzten Jahren vonstatten gehen, ist das eine durchaus berechtigte Frage, die sich der eine oder andere bestimmt schon gestellt hat.

Selfie pay: 2017 in Österreich

Mittlerweile fangen fast alle Händler Konsumenten (auch) online ab; der Onlinehandel hat sich längst etabliert und erlebt in den letzten Jahren einen Boom wie nie zuvor.

Als Verbraucher ist man heutzutage mitunter bereits misstrauisch, wenn ein Unternehmen ­keinen Webauftritt hat, den man als Informationsquelle für Produkte, Unternehmensinfos oder zum bequemen Einkaufen von daheim nutzen kann. Onlineshopping ist mittlerweile von überall möglich, man ist nicht länger an Computer und Laptop gebunden – Stichwort Mobile Shopping.
Einer Umfrage der ForwardAdGroup zufolge nimmt die anfängliche Skepsis vor mobilem Einkaufen immer mehr ab: 60% der befragten Personen würden bereits übers Tablet und 40% über das Smartphone einkaufen.
Letzteres wird aller Voraussicht nach bald als Zahlungsmittel fungieren. Amazon möchte sich nämlich das Bezahlen per Selfie patentieren lassen; der Patentantrag des Online-Händlers sieht ein Verfahren vor, bei dem der Nutzer in die Kamera blickt und dabei zusätzlich eine bestimmte Geste macht – etwa ein Zwinkern, ein Lächeln oder eine Kopfbewegung. Die Sicherheit von Kundenkonten werde damit verbessert, da es schwierig für Betrüger sei, „das Gesicht eines Nutzers dreidimensional zu kopieren”, heißt es in einer Aussendung des Onlineriesen. Auch das Kreditkartenunternehmen MasterCard möchte Selfie pay einführen, heißt es in einem Bericht der Financial Times. Auf einer App wird ein Foto des Karteneigentümers verschlüsselt gespeichert, bei der Zahlung wird das Bild mit einem aktuellen Selfie verglichen. Die Bezahl­methode soll in Österreich frühestens 2017 starten.

Selbstbedienung mal anders

Im Supermarkt haben einige Händler bereits alternativ Selbstbedienungskassen, wo Kunden ihre Einkäufe selber abkassieren und bar oder mit Karte zahlen (z.B. Merkur, Spar). In Schweden gibt es auch schon den ersten Supermarkt, der rund um die Uhr offen hat und fast komplett ohne Personal auskommt – fast, denn die Regale müssen noch von jemanden aufgefüllt werden. Das Geschäft wird mittels einer App, über die man sich zuvor registriert, betreten. Kassa gibt es keine, stattdessen scannt der Kunde seine Einkäufe mit besagter App und unter Beobachtung von sechs Überwachungskameras. Bezahlt wird am Monatsende per Rechnung oder Abbuchung. Ist die Eingangstür des Geschäfts länger als acht Sekunden offen, bekommt der Besitzer eine Benachrichtigung.

Drive-in-Supermarkt

Noch skurriler ist das nächste Beispiel, das derzeit in Sozialen Netzwerken kursiert. Es handelt sich um eine Animation eines Drive-in-Supermarkts eines russischen Erfinders namens Semenov Dahir Kurmanbievich. In seinem futuristischen Supermarkt fahren die Menschen mit ihren Autos in eine riesige Halle mit mehreren Kassenreihen, die mit Paternosterregalen ausgestattet sind; diese können dann vom Kunden per Knopfdruck nach oben und unten bewegt werden. Befüllt werden diese von einem Mitarbeiter ein Stockwerk darüber.

In jeder Regal-Reihe sind mehrere Lebensmittel nach Produktgruppen zusammengefasst; der Kunde kann hineingreifen und die ausgewählten Produkte auf ein Förderband legen. Am Ende des Förderbandes sitzt ein Mitarbeiter, der die Einkäufe abkassiert und in ein Einkaufssackerl packt und dem Kunden übergibt.

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