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Die Herkunftsfrage © ÖHV

Jakob Auer, Kurt Weinberger, Friedrich Schneider und Stefan Jenewein.

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Jakob Auer, Kurt Weinberger, Friedrich Schneider und Stefan Jenewein.

Redaktion 16.12.2016

Die Herkunftsfrage

Österreichische Hagelversicherung und Bauernbund fordern mehr Lebensmittel aus Österreich.

WIEN. Eine Möglichkeit, den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken und zu fördern, liegt in Kauf heimischer Lebensmittel, so eine Studie der Johannes Kepler Universität Linz im Auftrag der Österreichischen Hagelversicherung. „21.000 Arbeitsplätze werden geschaffen, wenn zehn Prozent mehr heimische Lebensmittel gekauft werden”, sagt Kurt Weinberger (Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung) beim Pressegespräch in Wien. Die durch den Klimawandel verursachten Wetterereignisse hätten große Auswirkungen auf die Kunden, womit Weinberger das logische Interesse der Hagelversicherung an diesem Thema erklärt. „Und gerade mit dem Kauf heimischer Lebensmittel mit ihren kurzen Transportwegen kann jeder täglich und aktiv zu einem besseren Klima beitragen.” Der Studie zufolge erhöht sich das BIP um 1,8 Mrd. €, wenn die Importe von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Produkten um zehn Prozent reduziert und durch inländische Produkte ersetzt werden.

Studienleiter Friedrich Schneider appelliert vor allem an die Konsumenten: „Im Supermarkt oder in einem Lebensmittelgeschäft greifen viele Käufer aus Gewohnheit zu bestimmten Produkten, da wird selten auf die Herkunft geachtet.” Für Konsumenten steht aus seiner Sicht hier vor allem die Gewohnheit und weniger die Qualität im Vordergrund.

Öffentliche Angelegenheit

Jakob Auer, Präsident des Österreichischen Bauernbunds, zieht auch die Regierung zur Verantwortung: „Wir müssen auf allen Ebenen verstärkt auf Konsumpatriotismus setzen. Es macht keinen Sinn, dass die öffentliche Hand einerseits durch hohe gesetzliche Auflagen den Bauern das Leben schwer macht und andererseits billige Ware aus dem Ausland kauft. Da weiß die Linke nicht, was die Rechte tut.” Dabei gehe es vor allem auch um die Versorgung von Spitälern, Schulen, Kindergärten und Pflegeheimen mit heimischen Lebensmitteln. (nn)

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