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Die Markant hat den Zielpunkt-Test bestanden © Dodge and Burn
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daniela prugger 21.10.2016

Die Markant hat den Zielpunkt-Test bestanden

Anlässlich des 5. Informationstags zog die Markant-Geschäftsführung Bilanz und zeigte Muskeln.

••• Von Daniela Prugger

Ehre, wem Ehre gebührt – das dachten sich wohl auch die Geschäftsführer der Markant anlässlich ihres fünften Informationstags und wählten das schicke Palais Kinsky als Austragungsort der Pressekonferenz. Die gesamte Gruppe werde dieses Jahr einen Umsatz von 45 Mrd. € machen, was einem Wachstum von 20% entspricht, sagt Geschäftsführer Franz Friedrich Müller. Zuletzt hat das Dienstleistungsunternehmen die Verrechnung des Warengeschäfts für den Spielwarenhändler Toys”R”Us in Deutschland, Österreich und der Schweiz übernommen.

,Testosteronkrieg' um Kaiser's

Apropos Deutschland: Dort hat sich die Markant ja vor einiger Zeit auf den Stellungskrieg um die Kaiser’s Tengelmann-Filialen eingelassen und so wie Norma und Rewe gegen die von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel verhängte Ministererlaubnis geklagt. Norma zog gestern, Donnerstag, seine Klage gegen die Übernahme der Kette durch den Konkurrenten Edeka zurück. Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hofft nun auf eine Einigung auch mit Rewe und Markant – dann wäre nämlich die Gesamtübernahme durch Edeka wieder denkbar.

Müller zog zwar nicht das Sprachrepertoire von Rewe-Chef Alain Caparros heran, der Haub zuletzt vorwarf, „sich als Sonnenkönig aufzuführen” und vom „Testosteronkrieg der Häuptlinge” sprach. Doch eines sei klar: In die aktuelle wirtschaftliche Situation sei Kaiser's Tengelmann durch die seit Jahren nicht getätigten Investitionen gekommen. Man könne nicht nach alledem daherkommen und „auf die Tränendrüsen drücken und sagen, jetzt leiden 15.000 Mitarbeiter”. Man gieße sicher kein Öl ins Feuer, sondern suche nach einer Lösung, aber man werde „die Klage nicht zurücknehmen. Eine Zerschlagung bringt eine größere Chance”, so Müller.

Zielpunkt-Test überstanden

Im österreichischen Lebensmittelhandel ist Markant eine der führenden Unternehmensgruppen. Zu ihr gehören die Unternehmen Kastner, Kiennast, Pfeiffer, Wedl und früher Zielpunkt. Was die Zielpunkt-Sache betrifft, so sei man froh, dass sich alles stabilisiert hat – auch der Lieferanten wegen. „Mit der Zielpunkt-Pleite konnten wir auch in Österreich unser krisensicheres Modell der Markant Bürgschaft unter Beweis stellen”, zeigt sich Müller nicht ohne Stolz.

Basierend auf der 100%igen Ausfallshaftung wurden mehr als 40 Mio. € an Lieferanten-Forderungen zeitgerecht beglichen, während andere Gläubiger den Abschluss des Insolvenzverfahrens abwarten und sich mit einer Quotenregelung zufriedengeben müssen. Trotz der Insolvenz von Zielpunkt verzeichnet die Markant in Österreich mit +5% in den ersten drei Quartalen ein Wachstum ihres Regulierungsumsatzes. „Zu dieser Entwicklung tragen die bestehenden Mitglieder ebenso bei wie die neu gewonnenen Händler, MPreis und Transgourmet”, erläutert Andreas Nentwich, Geschäftsführer der österreichischen Länderorganisation, und hebt dabei die Stabilität des Mitglieder-Portfolios mit den drei Säulen Lebensmittelhandel, Drogeriemärkte und Großverbraucher/Gastronomie hervor.

Zukunftsträume

„Wir werden den Wachstumskurs beibehalten”, gibt der deutsche Boss die Richtung für Österreich vor. Müller verweist außerdem auf das Potenzial im Bereich NonFood, der am heimischen Markt erst 3% des Regulierungsumsatzes ausmacht. Man habe es sich zum Ziel gemacht, der führende Dienstleistungsanbieter für Handel und Industrie in Zentraleuropa zu werden, malt sich Müller die Zukunft aus. Seine Mission lautet: Bis zum Jahr 2025 will er mit Markant in Kooperation mit ihren internationalen Mitgliedern in 20 Ländern tätig sein. Er peilt einen Verrechnungsumsatz von 100 Mrd. € an.

An der operativen Umsetzung ist auch Markant Österreich beteiligt. Nentwich freut sich wie ein Schneekönig über die zusätzliche Aufgabe des Standorts Wien. Denn zum ungarischen Markt kommen auch Kroatien und Slowenien dazu.

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