Die neue Gewichtsklasse
© Joerg Brueggemann/Ostkreuz
Profitabel Zalando ist beliebt – und weit mehr als ein weiterer Online-Modehändler. In letzter Zeit konnte das deutsche Unternehmen sowohl an Kunden als auch an Umsatz dazugewinnen.
RETAIL daniela prugger 26.08.2016

Die neue Gewichtsklasse

Der junge deutsche Online-Modehändler Zalando hat sich gemacht: An der Börse übertraf sein Wert zeitweise sogar jenen der 52 Jahre alten Metro.

••• Von Daniela Prugger

MÜNCHEN/BERLIN. An den Erlösen gemessen, ist Zalando ein Zwerg und Metro ein Riese. Doch vor Kurzem schaffte es der auch in Österreich beliebte Online-Händler, an der Börse mehr wert zu sein, als der Metro-Konzern, zu dem auch der Lebensmittelhändler Real sowie aus dem Elektronik-Bereich Media Markt, Saturn und Redcoon gehören. Mit einem Börsenwert von 9,2 Mrd. € toppte Zalando Mitte August jenen der ­Metro (9 Mrd. €).

In die Gewinnzone haben den Online-Modehändler eine Vielzahl an neuen Kunden und höhere Einsparungen verholfen. Nach einem verhaltenen Jahresstart steigerte das Berliner Unternehmen den Gewinn zwischen April und Ende Juni unter dem Strich auf knapp 51 Mio. €, nach 23 Mio. € im Vorjahreszeitraum.

Mehr Kunden, mehr Umsatz

Man sei „super zufrieden”, sagte Vorstandsmitglied Rubin Ritter bei der Präsentation der Zahlen. Sein Unternehmen sei trotz fortlaufender Investitionen stärker und profitabler geworden. Der Umsatz zog um ein Viertel auf 916,4 Mio. € an. Ihre Prognose für das Gesamtjahr hatten die Berliner bereits im Juli angehoben. Die Einnahmen sollen um bis zu 25% steigen; damit könnte der Umsatz 2016 im besten Fall von den knapp 3 Mrd. € im Vorjahr auf fast 3,7 Mrd. € zulegen.

Ein neues Hauptquartier

Ein Grund dafür, so Ritter, sei die zunehmende Kosteneffizienz. Die Zahl der Kunden stieg indes um erfreuliche 2,4 Mio. auf den unternehmenseigenen Rekordwert von 18,8 Mio. Man versuche auch weiterhin, mehr Marken für sich zu gewinnen und exklusiv zu vermarkten. Zudem investiert Zalando kräftig in Technologie und Logistik. Um das Wachstum zu beschleunigen, hatte der Online-Händler zuletzt viel Geld in seine Smartphone App gesteckt. Die Investitionen haben sich gelohnt: Knapp 65% der Besucher kamen im zweiten Quartal über mobile Endgeräte, im Vorjahreszeitraum waren es 56%.

Und nicht nur das: In Berlin, wo die Zalando-Abteilungen bisher über die ganze Stadt verteilt waren, soll nun ein neues Headquarter her. In zwei Gebäuden sollen rund 42.000 m2 Büro­flächen entstehen, Platz finden sollen künftig 2.700 Mitarbeiter. Kosten lässt sich Zalando den Bau um die 100 Mio. €.

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