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Die Weltmeere sind erschöpft © Athit Perawongmetha/EPA/picturedesk.com

Mit dem weltweiten Fischbedarf steigen auch die Probleme, die dieser mit sich bringt.

© Athit Perawongmetha/EPA/picturedesk.com

Mit dem weltweiten Fischbedarf steigen auch die Probleme, die dieser mit sich bringt.

25.09.2015

Die Weltmeere sind erschöpft

Der weltweite Bedarf an Fisch wächst stetig und nimmt dabei auf unseren Planeten keine Rücksicht. Überfischung, Umweltverschmutzung und Artensterben sind die Folge.

••• Von Julia Maier

GENF. Der kürzlich vom WWF veröffentlichte Bericht „Living Blue Planet Report” führt uns Konsumenten ein weiteres Mal vor Augen, wie sehr Mutter Erde mit dem ansteigenden Fischkonsum und den dazugehörigen Fischerei-Bedingungen zu kämpfen hat. Seit dem Jahr 1970 ist die Anzahl der im Meer lebenden Populationen um die Hälfte gesunken. Der Grund für das Artensterben ist laut WWF Überfischung, Umweltverschmutzung und der dadurch resultierende Klimawandel. Verantwortlich für die Misere ist der Mensch selbst, der mit seinem unaufhörlichen Appetit auf Fisch die Populationen in 40 Jahren teilweise um 74% verringerte. „Das alles hat schlimme Folgen für die Menschheit”, warnt WWF-Chef Marco Lambertini.

Rund 29% des Fischbestands gelten derzeit als überfischt, und bereits 61% werden bis zum Maximum befischt. Nur sehr tiefe und schwer erreichbare Gebiete bleiben derzeit noch verschont von der Überfischung. Durch technische Verbesserungen wird es allerdings zunehmend leicht, auch in tiefen Gewässern Fischerei zu betreiben. Konnte man vor ein paar Jahrzehnten nicht tiefer als 500 m fischen, so ist es heutzutage bereits möglich, den Fischfang in bis zu 2.000 m tiefen Gewässern zu betreiben.

ASC-Zertifikat

Aber nicht nur die Überfischung, auch die gewaltige Umweltverschmutzung bringt zunehmende Aquakultur mit sich. Die Zerstörung der Mangrovenwälder, verschmutztes Grundwasser und Übertragungen von Krankheitserregern versetzen vor allem ärmere Gemeinschaften ohne notwendige Ressourcen in eine unglückliche Lage. Um dem Konsumenten trotzdem Qualität bieten zu können, verhilft WWF Kleinunternehmen aus ärmeren Regionen in Entwicklungsländern zur Erreichung des ASC-Zertifikats, um die negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren. Für die ASC-Bezeichnung müssen sich Fischer zu einer umweltfreundlicheren, arten- und wasserschonenderen Produktion mit besseren Arbeitsbedingungen verpflichten.

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