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Dynamic Pricing im Online-Handel weit verbreitet PantherMedia.net / Dmitrieva Daria
PantherMedia.net / Dmitrieva Daria

Redaktion 16.05.2017

Dynamic Pricing im Online-Handel weit verbreitet

40% bemerken die flexiblen Preisänderungen nicht.

WIEN. Wer online einkauft, muss zunehmend mit individuell angepassten und sich flexibel ändernden Preisen rechnen. Die dynamische Preisgestaltung (Dynamic Pricing), also die Anpassung des Preises je nach Tageszeit oder Wetter, ist im Online-Handel bereits weit verbreitet. Immer häufiger setzen Händler auch auf die datenbasierte individualisierte Preisbildung (Personal Pricing), bei der das bisherige Surf- und Einkaufsverhalten, der Standort sowie die Art des benutzten Endgeräts miteinbezogen werden. Für Konsumenten erschwert sich damit ein transparenter Preisvergleich. Doch bemerken diese überhaupt veränderte Preise und wie reagieren sie darauf? Eine repräsentative Studie des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens ermittelte den Status quo und befragte 500 Österreicher u.a. auch zur bevorzugten Zahlungsmethode und worauf sie beim Einkauf im Internet sonst noch achten.

Die Studie zeigt, dass Konsumenten Preisänderungen vor allem bei Dienstleistungen – im Speziellen bei Reisebuchungen – bemerken. Jeweils 25% geben an, Preisschwankungen bei Hotel- und Flugbuchen registriert zu haben. Produktbezogene Preisänderungen fielen 15% der befragten Online-Einkäufer bei elektronischen Unterhaltungsgeräten wie Smartphones, Fernsehgeräten und Computern auf, weiteren 13% bei Haushaltsgeräten und jeweils 10% bei Bekleidung und Sportartikeln. Überraschend ist, dass 40% Preisschwankungen beim Online-Einkauf hingegen noch gar nie bemerkt haben. Dazu Thorsten Behrens, Geschäftsführer des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens: „Bei der Preisdifferenzierung im Internet sind Flug- und Hotelbuchungsplattformen Vorreiter. Die Preise variieren hier stark, je nachdem, an welchem Wochentag und zu welcher Uhrzeit gebucht wird. Wir wissen, dass Flüge Montag und Dienstag Vormittag günstiger sind als beispielsweise abends oder am Wochenende.“

Personal Pricing noch in Experimentierphase
Während die dynamische Preisbildung bereits weit verbreitet ist und Händler sie auch im stationären Handel einsetzen, ist die datenbasierte personalisierte Preisgestaltung noch wenig im Einsatz. Dies bestätigt auch die Arbeiterkammer Wien in Bezug auf die Preisdifferenzen im Online-Handel. Wird bei der dynamischen Preisgestaltung der Preis aufgrund von Faktoren wie Witterung oder Wochentag verändert, bezieht die individualisierte Preisbildung auch personenbezogene Daten mit ein; der Preis ergibt sich dann u.a. auch aus dem bisherigem Surf- und Einkaufsverhalten, dem Standort des Einkäufers oder der Art des Endgeräts, das für den Einkauf benutzt wird. „So kann der Preis für ein und dasselbe Produkt für einen Apple-Nutzer also teurer sein als beispielsweise für einen Windows-Nutzer, da Unternehmen davon ausgehen, dass Konsumenten mit teureren Endgeräten eine höhere Zahlungsbereitschaft haben“, erklärt Behrens.
Grundsätzlich ist Personal Pricing nur schwer nachweisbar, mit der steigenden Menge an personenspezifischen Daten gibt es jedoch viele Möglichkeiten zur Personalisierung von Preisen. „Noch experimentieren die Online-Shop-Betreiber vorsichtig, um ihre Kunden nicht zu verärgern, wir sind aber sicher, dass dieser Trend noch mehr Einzug in Österreich hält“, so Behrens zur zukünftigen Entwicklung.

Einerseits bemerken Kunden Preisänderungen häufig nicht, andererseits wissen sie auch oft nicht, dass sie bei der individuellen Preiserstellung selbst mithelfen – nämlich durch die Übermittlung ihrer Daten wie dem bisherigen Surf- und Einkaufsverhalten oder dem Standort. Österreichs Online-Shopper nutzen am liebsten klassische Geräte wie Laptop (53%) und Desktop-Computer (44%). Ein Drittel shoppt auch am Smartphone, und jeder Fünfte nutzt das Tablet. (OTS)

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