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Ein Meister der Kaffeezeremonie © Julius Meinl International/Richard Tanzer

Meinl-Führungsriege: Marcel Löffler (International), Renata Petovska (Heimmarkt).

© Julius Meinl International/Richard Tanzer

Meinl-Führungsriege: Marcel Löffler (International), Renata Petovska (Heimmarkt).

christian novacek 13.05.2016

Ein Meister der Kaffeezeremonie

Julius Meinl legt zum sechsten Mal in Folge ein Umsatz-, Absatz- und Gewinnwachstum aufs zusehends internationale ­Parkett. Der Erlös steigert sich in 2015 auf 145 Mio. Euro.

••• Von Christian Novacek

WIEN. „Österreich ist für Meinl der Anker zur Internationalisierung”, sagt Marcel Löffler, CEO der Julius Meinl Coffee Group. Diese internationale Verankerung schlägt sich in 2015 mit einer Erlössteigerung um 7,2% auf 145 Mio. € nieder. Der Österreich-Anteil am Kuchen beläuft sich auf 40,5 Mio. € in Handel und Gastronomie (beides zu ungefähr gleichen Teilen).

Auf Zeit ergibt sich insofern ein solides Bild, als Julius Meinl sechs Jahre hintereinander ein Absatz-, Umsatz- und Gewinnwachstum verbucht. Das Unternehmen ist in 70 Ländern vertreten, 15 verfügen über eine eigene Tochtergesellschaft. In den europäischen Kernmärkten, Österreich, Adriatics (Ex-Jugoslawien) und Russland beansprucht man die Marktführerschaft in der Gastronomie – auf Russland bezogen ist das beispielsweise ein klein strukturierter Markt, wo, so Löffler, „mitunter nur 110 bis 120 Kilo pro Outlet und Jahr geliefert werden”.

Präsidiale Kaffee-Kunst

Als Meister der Kaffeezeremonie ist Meinl ein Top-Ansprechpartner für die Gastronomie. Dort wird der Grundstein für einen Bekanntheitsgrad gelegt, der infolge auch im LEH adäquate Listungserfolge zeitigt – aktuell etwa anhand der „drei Wiener”, das sind Wiener Espresso, Wiener Mokka und Wiener Melange. Die gibt es nicht nur bei Meinl am Graben, sondern gleichfalls bei Spar Gourmet oder Maximarkt.

In Sachen Mahlkaffee oder ganze Bohne ist aber der „Präsident” jene Instanz, an der es im Kaffeeregal nicht mangeln darf. Entsprechend positiv, wiewohl nicht wirklich konkret, zeichnet Renata ­Petovska, Geschäftsführerin der Julius Meinl Austria GmbH, die präsidiale Kaffee-Hegemonie: „Julius Meinl konnte bei ganzer Bohne inklusive Espresso im Vorjahr seinen Absatz weiter steigern”, sagt sie. Mahl­kaffee und das Segment „ganze Bohne” stellen den Löwenanteil am Gesamtmarkt. Bei beiden mischt der Präsident vorn mit – derzeit anhand der werblich gut verlinkten Nähe zur Bundespräsidentenwahl mit „besonderer Awareness”.
Bezüglich Einstieg ins Kapselgeschäft hält sich Meinl bedeckt, ebenso bei den Marktanteilen. ­Petovska räumt allerdings ein, „dass die Kapseln ein wachsender Markt sind”. Und sie hält fest: „Wir wollen für jeden Konsumenten ­etwas anbieten können.”

Zweites Standbein: Tee

Was für den Kaffee gilt, gilt mit ­geringen Abstrichen auch für den Tee; 4.200 Gastronomiepartner vertrauen auf Julius Meinl Tee, das sind um 350 mehr als im Vorjahr.

Im Herbst wird dem guten Tee-Geschäft Tribut gezollt: Als ­„Liebesbrief an die Sinne” kommen 13 exklusive Teemischungen neu; dabei ist jeder Teebeutel von Hand in ein kleines Briefchen verpackt.

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