RETAIL
Eine fleischige ­Angelegenheit
30.10.2015

Eine fleischige ­Angelegenheit

Müssen wir jetzt alle sterben?

Am Tellerrand••• Von Nataša Nikolic

MAHLZEIT. Die WHO sorgt derzeit für viel Wirbel. Fleischproduzenten, WKO und der Landwirtschaftsminister preisen die österreichische Wurst jetzt noch mehr an, bezeichnen die Warnung als Farce und Verunsicherung der Konsumenten und erinnern wiederholt daran, dass „Österreichs Wurst die beste ist”. Es geht aber gar nicht um die „österreichische Wurst” und ihre Qualität, sondern um den Konsum per se. Diese Warnung war angesichts folgender Zahlen längst fällig: 70 bis 100 Kilo Fleisch isst der Österreicher im Jahr. Es wäre zwar naiv, zu glauben, dass nun ein großes Umdenken stattfindet und jede Schinkenscheibe auf die Waage gelegt wird; aber es ist anzunehmen, dass zumindest ein Teil der Österreicher die Ernährung überdenkt und einmal mehr auf Fleisch verzichtet.

Mir ist diese Woche an den Reaktionen einiger Kollegen aufgefallen, dass sie sich verstärkt mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Als gutes Beispiel fällt mir Christian Novacek ein, verzichtet er doch schon die ganze Woche auf seine (fast) tägliche Portion (80 g) Heurigenschinken. Stattdessen landete Avocado-Aufstrich im Schnittweckerl. Was mich angeht, so habe ich jeglicher Salami schon vor Monaten abgeschworen, da ich mir nicht jedes Mal vom besagten Kollegen und Schinkenfan kopfschüttelnd anhören wollte „du isst jetzt echt wieder diese Salami?!” Angesichts der aktuellen Erkenntnisse wäre an dieser Stelle wohl ein Dank angebracht. Einer Kollegin ist das Ganze recht egal: Als Vegetarierin kann Daniela Prugger bei den ganzen besorgten Fleischessern ohnehin nur den Kopf schütteln. Doch nicht alle Vegetarier sind aus dem Schneider: Laut Welt.de fanden amerikanische Forscher heraus, dass in einem von zehn angeblich pflanzlichen Würstchen Hühnchen oder Schwein enthalten sind.

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