RETAIL
facts © Holis/Wolfgang Lehner

holis-Gründer und Geschäftsführer Franz Seher: „Eine Kette von Aha-Erlebnissen”.

© Holis/Wolfgang Lehner

holis-Gründer und Geschäftsführer Franz Seher: „Eine Kette von Aha-Erlebnissen”.

natalie Oberhollenzer 26.06.2015

facts

Neues Konzept Der 31jährige Linzer Franz Seher eröffnet im Herbst einen Lebensmittelmarkt, in dem so wenig Müll wie möglich „mitverkauft” wird

holis market soll auch online und in anderen größeren Städten starten.

holis market GmbH
Gründung
Juli 2014
Gründer
Franz Seher, Gerald Ninaus
Geschäftsführer
Franz Seher
Investoren
Josef Zotter (Zotter), Johannes Gutmann (Sonnentor)
Förderer
Austria Wirtschaftsservice (AWS), Land OÖ, tech2b OÖ, Lebensmittel Cluster OÖ, Fachhochschule OÖ, Startup Leitner, Grüne Wirtschaft Axis Linz/Tabakfabrik Linz
Web
holis-market.at

Meilensteine

3/2014 Launch der Idee auf Facebook
9/2014
holis market geht online
10/2014
Zotter wird Mentor und Investor
3/2015
Start der Crowdfunding-Kampagne auf wemakeit
5/2015
Knapp 40.000 Euro wurden via Crowdfunding gesammelt.

Ausblick/Pläne

1.9.2015 Eröffnung des 1. Shops in Linz
ab 2016
Franchise-Erweiterung (Wien, München), Erweiterung der Services auf körperliche und mentale Fitness
ab 2020
Ziel: zehn Franchise-Filialen und 100.00 User

Linz. Den Ausschlag, mit einem neuem Lebensmittelprojekt zu starten, gab ein Besuch in einem Biomarkt, erzählt Franz Seher: „Ich habe mir alles genau angeschaut. Ich habe drei Mal mehr gezahlt als in einem konventionellen Supermarkt und ich habe viel zu viel Müll mit nach Hause schleppen müssen. Ich habe erkannt, dass ich für die Verpackung zahle und für die Entsorgung derselben; dazu noch die ökologischen Kosten”, erinnert er sich. Es war eine Kette von mehreren Aha-Momenten, die ihn dazu bewogen hat, seinen eigenen Supermarkt zu konzipieren.

Bio zum kleinen Preis

Seine Idee wird am 1. September Realität. Dann eröffnet in der Konrad-Vogel-Straße in Linz der erste Lebensmittelmarkt unter dem von ihm kreierten Label holis market, dazu geht der Web-Shop an den Start. Das Geschäft wird gleich mehrere Besonderheiten aufweisen, wie Seher verspricht: „Wir werden, so gut es geht, ohne Müll arbeiten. Die Ware wird offen angeboten und in Mehrwegbehältnisse aus Glas, Edelstahl oder Leinen verpackt.” Die Produkte (das Sortiment soll zwischen 300 und 500 verschiedene Artikel betragen) sollen zu über 90% von biologischer Qualität sein. Und das zu einem wesentlich günstigerem Preis, als vergleichbare Ware in konventionellen Supermärkten oder Bioläden angeboten wird.
„Dadurch, dass wir einen riesigen Sack Nudeln kaufen, spart sich der Lieferant Verpackungs- und Marketingkosten, z.B. fürs Branding; dadurch sprechen wir von einer Kostenersparnis von bis zu zwölf Euro pro Kilo”, rechnet Seher vor.

Einfache gesunde Ernährung

Die bis zu 500 verschiedenen Produkte werden mitunter in einer Art Baukastensystem angeboten. Dabei werden die Rohstoffe portioniert und fix und fertig in Rezeptboxen vorgepackt – wodurch man es dem Kunden leicht machen möchte, sich gesund zu ernähren.
Ohnehin versteht sich holis nicht nur als bloßer Lebensmittelhändler, sondern auch als Ernährungscoach. Irgendwann wäre man auch gern Berater für körperliche und mentale Fitness, und auf jeden Fall solle der Einkauf bei holis wesentlich persönlicher vonstattengehen, als man es derzeit von den großen Ketten gewohnt ist.

Zehn Filialen bis 2020

Mit welchen Lieferanten Seher zusammenarbeitet, steht noch nicht fest. Die beiden Investoren Zotter und Sonnentor werden ihre Produkte jedenfalls im Geschäft gelistet haben. Ansonsten wird es sich weitestgehend um kleine Betriebe handeln – solche, die sich auf die Ansprüche von holis gut einstellen können. „Wir haben eine Liste an Lieferanten gesammelt und sondieren gerade, wer infrage kommt”, so Seher, der mit holis in den nächsten Jahren große Pläne hat: Nachdem der Markt in Linz eröffnet ist (und gleichzeitig damit auch der Onlineshop), soll das Projekt über ein Franchise-System in großen Städten wie Wien oder München in den Rollout gehen. Ziel ist es, bis 2020 zehn Filialen zu betreiben und 100.000 User zu bedienen.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema