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Fischers Fritz fischt nachhaltiger © APA/dpa-Zentralbild/Jens Büttner

Fairer Fisch Weltweit kommen rund 10% der Fische und Meeresfrüchte aus nachhaltigen, MSC-zertifizierten Fischereien.

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Fairer Fisch Weltweit kommen rund 10% der Fische und Meeresfrüchte aus nachhaltigen, MSC-zertifizierten Fischereien.

Nataša Nikolić 14.10.2016

Fischers Fritz fischt nachhaltiger

Neue Studie zeigt, dass Verbraucher bereit sind, für nachhaltigen Fisch tiefer ins Börserl zu greifen.

••• Von Nataša Nikolic


WIEN. Einer neuen Verbraucherumfrage von GlobeScan im Auftrag des MSC zufolge, sehen 73% der österreichischen Konsumenten nachhaltigen Fischfang als Voraussetzung für den langfristigen Schutz der Meere und Fischbestände. An der weltweiten Umfrage nahmen 16.876 Verbraucher teil, darunter 865 aus Österreich. 640 der befragten Österreicher gaben an, dass neben der Qualität vor allem Nachhaltigkeit ausschlaggebend für den Kauf eines Fischprodukts ist; diese stünde noch vor den Faktoren Preis und Marke. Auch sind die heimischen Fischesser bereit, für nachhaltige Produkte mehr Geld auszugeben (67%).

„Die Verbraucherumfrage zeigt, wie unterschiedlich die Fischbranche im Vergleich zu anderen Branchen tickt. Nachhaltigkeit hat hier offensichtlich echte Relevanz, und die Verbraucher geben ihr eine höhere Priorität bei der Wahl ihrer Produkte, als wir dachten”, fasst Caroline Holme, Geschäftsführerin des Marktforschungsinstituts GlobeScan, die Studienergebnisse zusammen.

Konsumenten

Die Studienautoren schreiben diese Ergebnisse vor allem der Aufklärungsarbeit von Organisationen wie dem WWF zu, die immer wieder auf die Gefährdung der Ozeane und die Problematik der Überfischung aufmerksam machen und damit das Bewusstsein der Konsumenten schärfen. NGOs kommt, so 46% der Befragten, auch die größte Bedeutung im Schutz der Meere zuteil. „Die Zusammenarbeit des MSC mit Wissenschaftlern, anderen Nichtregierungsorganisationen, der Fischindustrie und dem Handel hat bereits zu vielen positiven Veränderungen in unseren Meeren geführt”, glaubt MSC-Geschäftsführer Rupert Howes. Jeder fünfte Verbraucher ist zudem der Meinung, dass er oder sie selbst durch das eigene Kaufverhalten Einfluss auf den Schutz der Meere nehmen kann. „Den Fischessern ist bewusst, wie wichtig nachhaltiger Fischfang ist – und sie sind bereit, ihr Kaufverhalten zu ändern, um die Meere zu schützen. Sie fühlen sich ermächtigt, mit ihren Brieftaschen für Nachhaltigkeit zu stimmen”, so Andrea Harmsen, Pressesprecherin des MSC für Österreich, Deutschland und die Schweiz. 75% der befragten Verbraucher, die das MSC-Siegel kennen, finden es vertrauenswürdig. Mittlerweile sind rund 300 Fischereien in über 30 Ländern nach dem MSC-Standard zertifiziert – das ist allerdings sehr überschaubar. Weltweit betrachtet, kommen nämlich lediglich 10% aller Fische und Meeresfrüchte aus MSC-zertifizierten Fischereien.

Supermärkte

Vier von fünf Fischkonsumenten (79%) sind weiterhin der Ansicht, dass Marken und Supermärkte Aussagen zur Nachhaltigkeit ihrer Produkte von unabhängiger Seite verifizieren lassen sollten. Supermärkte spielen beim Fischkauf eine wichtige Rolle: 94% kaufen Fisch (auch) im Supermarkt; dabei greifen sie vor allem zu tiefgefrorenen (72%) und eingelegten oder Dosenfisch (53%). Aber auch der Frischfisch aus fremden wie aus heimatlichen Gewässern spielt eine wichtige Rolle.

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