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Fleischkonsum hat den Zenit erreicht © Berger Schinken

Geschäftsführer Rudolf Berger geht von einem gleichbleibenden Umsatz für 2016 aus.

© Berger Schinken

Geschäftsführer Rudolf Berger geht von einem gleichbleibenden Umsatz für 2016 aus.

daniela prugger 24.06.2016

Fleischkonsum hat den Zenit erreicht

Höchste Qualität statt Quantität – so lautet die Devise von Berger Schinken. Geschäftsführer Rudolf Berger über eine Branche, die sich ganz klar im Umbruch befindet.

••• Von Daniela Prugger

WIEN. Eigentlich ist Rudolf Berger, der Geschäftsführer von Berger Schinken, zufrieden: Berger Schinken erwirtschaftete 2015 einen Gesamtumsatz von 130 Mio. €, davon knapp 90% in Österreich und erstmals über zehn Prozent im Export. „Wir gehen von einem in etwa gleichbleibenden Umsatz im heurigen Jahr aus”, so Berger.

Dass es seine Branche und das Nahrungsmittel Fleisch schon mal einfacher hatten, weiß er natürlich. „Fleisch und Fleischprodukte zählen unzweifelhaft zu den am heftigst diskutierten Bereichen der Ernährung”, gibt Berger zu. „Viel Halbwissen und schlicht falsche Informationen verbreiten sich z.B. durch das Internet rasant”, erklärt Gaby Kritsch, die ihr Wissen als Ernährungswissenschaftlerin in das Unternehmen einbringt, das Anliegen von Berger Schinken.

„Das gute Gefühl zurückgeben”

„Fleisch ist der beste Eisenlieferant. Fleisch macht stark und fit”, erklärt Kritsch. Auf den aufsehenerregenden Bericht der Weltgesundheitsorganisation, in welchem Wurst und andere Arten an verarbeitetem Fleisch das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, erhöhen sollen, geht Kritsch nicht ein.

Die Österreicher lieben Fleisch, dennoch gibt es auch hierzulande einige Veränderungen: Fettreduzierte und leichte Produkte gewinnen an Bedeutung, doch der Zenit des Fleischkonsums ist erreicht. Rudolf Berger findet das „nicht schlecht”. Denn, so Berger weiter: „Uns ist es ein Anliegen, Fleisch und Schinken-Produkten wieder jenen Stellenwert zu geben, den sie verdienen.” Qualität statt Menge lautet daher seine Erfolgsformel für eine gesunde und auch umweltverträgliche Ernährung der Zukunft.

„Das gute Gefühl zurückgeben”

Nun sei es aber so, dass die Menschen seit Urzeiten Fleisch essen und sie werden das – wenn es nach Rudolf Berger geht – auch in Zukunft tun: „Die schweigende Mehrheit genießt Fleisch – möchte aber dabei das gute Gefühl haben, dass es dem Tier gut gegangen ist, und sucht nach entsprechenden Informationen.” Konsumenten hinterfragen zunehmend die Herkunft der Rohstoffe, die Herstellungsweise sowie die Verwendung von Zusatzstoffen.

„Wir sind fit für die Zukunft: ­Alle unsere Rohstoffe sind nachvollziehbar, wir zeigen gern unsere Produktion her und sind Vorreiter bei beispielsweise garantiert gentechnikfreien Schinkenspezialitäten.” Berger, so sagt er selbst, will den Fleischessern das gute Gefühl zurückgeben.
Das wachsende Angebot an vegetarischen oder veganen Fleischersatzprodukten beobachtet aber auch er aufmerksam und schließt eine Erweiterung der Produktpalette nicht aus. Aber: „Unser Herz schlägt für traditionelle Würstel aus Fleisch.”

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