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Gipfeltreffen auf Bananenschalen © Philipp Hartberger

Gipfel-Scouts Ingrid Hayek (ÖAV), Peter Habeler und Gerhard Schilling (Almdudler, v.l.) setzten ihre Unterschrift unter das neue Manifest der „Sauberen Berge” auf über 3.600 m.

© Philipp Hartberger

Gipfel-Scouts Ingrid Hayek (ÖAV), Peter Habeler und Gerhard Schilling (Almdudler, v.l.) setzten ihre Unterschrift unter das neue Manifest der „Sauberen Berge” auf über 3.600 m.

Redaktion 14.07.2017

Gipfeltreffen auf Bananenschalen

Um saubere Berge bemühen sich Almdudler und der Alpenverein; Wanderer müssen das erst lernen.

INNSBRUCK/WIEN. Die schönsten Aussichtsplätzchen sind meistens auch die schmutzigsten, „geziert” von Essensresten. Zum Rauftragen reicht die Kraft, weil das Schmausen mit Bergpanorama lockt. Beim Runtergehen ist man dann froh, dass es vorbei ist. Zurück bleiben die Essensreste, die müde Wanderer auf dem Berg liegenlassen. ­Bananenschalen und Apfelbutzen sind doch bio, die zersetzen sich und werden zu Erde, heißt es im Volksmund. Den Müll machen die anderen.

Müll zersetzt sich nicht

In luftiger Höhe passiert aber etwas anderes als vermutet: Bananenschalen halten länger. Das betont auch Ingrid Hayek, Vizepräsidentin des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV): „Fruchtschalen und Fruchtreste brauchen je nach Höhenlage ein bis fünf Jahre, bis sie von der Natur verwertet werden.” Oberhalb der Baumgrenze, auf nacktem Fels, wird auch nichts zu Erde, oder besser gesagt: Humus. Taschentücher, welche die zahlreichen stillen Örtchen hinter der Wegbiegung markieren, zerfransen auch erst in Jahresschritten. Dass sich Abfälle von „selbst verwerten”, glauben trotzdem viele. Somit hat der Alpenverein alle Hände voll zu tun, die Berge sauber zu halten.

Und wer, wenn nicht Almdudler könnte sich als glaubwürdiger Mithelfer dafür besser eignen? Denn der Almdudler ist ja quasi das österreichische Lebensgefühl in Flaschenform, welches in letzter Zeit in den Alpen etwas abhanden gekommen ist.
Mit der Aktion „Saubere Berge” unterstützt der Getränkehersteller den Alpenverein schon viele Jahre. Wanderer sollen wieder mehr Bewusstsein für die heimische Bergwelt entwickeln und die Verantwortung für ihr Verhalten dort übernehmen. Die Partner der Aktion gipfelten im wahrsten Sinne des Wortes in diesem Jahr auf dem Großvenediger auf 3.657 m Höhe. Die Partner, darunter Ingrid Hayek, der Geschäftsführer von Almdudler, Gerhard Schilling, unterzeichneten dort das aktuelle „Manifest der Sauberen Berge”. Für Almdudler habe „der Schutz unserer wunderbaren Bergwelt” eine „große Bedeutung”, so Schilling.

Erst denken, dann packen

Um den Wanderern einen Anreiz zu geben, ihre Mitbringsel auch zur Gänze wieder einzupacken, hat man sich Folgendes überlegt: gratis Biomüllsäcke auf den Hütten – für „ordnungsgemäßes Entsorgen”, erläutert Schilling.

Im Naturpark Zillertal hat das schon funktioniert: Seit es dort Müllbeutel-Stationen gibt, wurden pro Saison etwa 10.000 Säckchen gezogen, mit denen der Abfall vom Berg gebracht werden kann. Hochalpinist und Bergsteiger Peter Habeler, Botschafter der Aktion „Saubere Berge” rät, bereits beim Packen unnötige Plastikverpackungen zu vermeiden. (ow)

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