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Gutes Ergebnis für Butter © Mitja Kobal

Nunu Kaller: Herkunftsinformationen müssen Standard sein.

© Mitja Kobal

Nunu Kaller: Herkunftsinformationen müssen Standard sein.

daniela prugger 12.05.2015

Gutes Ergebnis für Butter

Greenpeace Überwiegend gentechnikfreie Butter, aber fehlende Transparenz bei der Herkunft von Rohstoffen

Greenpeace nahm die im österreichischen Lebensmittelhandel gängigsten Buttermarken unter die Lupe.

Wien. Wie wichtig die Butter in den europäischen Küchen ist, schlägt sich auch in den unterschiedlichen Sprachen nieder. Bestes Beispiel ist wohl die Vielzahl an deutschen Redewendungen, wie etwa „sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen”, „alles in Butter” oder die Butter als „das Parfüm der Küche”. In Österreich stieg der Butter-Verbrauch über die letzten Jahre hinweg stetig an. Im Jahr 2013 lag der Pro-Kopf-Verbrauch laut Statistik Austria und AMA-Marketing bei 5,3 kg.

48 Buttermarken im Check

Hinsichtlich der Qualität haben die österreichischen Erzeugnisse einen guten Ruf und Stand. Zu diesem Schluss kam nun auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace, welche die gängigsten Buttermarken im Lebensmittelhandel unter die Lupe genommen hat. 48 in österreichischen Supermärkten gekaufte Butterprodukte hatte sich das Marktcheck-Team von Greenpeace in den vergangenen Wochen genau angesehen; von den 41 heimischen Produkten erwiesen sich mit einer Ausnahme alle Produkte als gentechnikfrei hergestellt.
Für die „NÖM Fasten Halbfettbutter” wurde nach Angaben des Herstellers wegen eines Milch-engpasses Ende 2014 Rahm aus Deutschland zugekauft. Die ausländischen Produkte bestanden – abgesehen von der Marke „Landliebe” – den Check in puncto Gentechnikfreiheit nicht.

Noch nicht alles in Butter?

Allerdings sei der positive Umstand, dass die meisten Produkte gentechnikfrei sind, für die Konsumenten nicht immer sofort ersichtlich, kritisiert die Organisation. „Sowohl die genaue Herkunft der Rohstoffe als auch Informationen zu Gentechnik müssen Standard auf der Verpackung sein. Konsumenten haben ein Recht darauf, auf den ersten Blick zu sehen, was genau sie sich aufs Brot schmieren”, appellierte Nunu Kaller, Konsumentensprecherin von Greenpeace Österreich, an die Hersteller. „Wir empfehlen, beim Butterkauf zu österreichischen Bioprodukten zu greifen und auf das grün-weiße Siegel ‚Ohne Gentechnik hergestellt' zu achten. Denn dieses stellt sicher, dass bei der Herstellung garantiert keine Gentechnik zum Einsatz gekommen ist”, erklärt Kaller.
Das rot-weiß-rote AMA-Güte-siegel schreibe demgegenüber keine verpflichtende gentechnikfreie Fütterung vor. Von den Herstellern forderte die Greenpeace-Sprecherin mehr Transparenz und bessere Kennzeichnung: „Trotz der grundsätzlich guten Bewertung österreichischer Butterprodukte ist leider noch lange nicht alles in Butter. Einige Hersteller haben aufzuholen und müssen sich künftig bemühen, Herkunft und Inhaltsstoffe genau auszuweisen, um auch als gentechnikfrei und empfehlenswert erkannt zu werden.”

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