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Gutes Zeugnis für die Lebensmittelzustellung © panthermedia.net/HighwayStarz
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29.01.2016

Gutes Zeugnis für die Lebensmittelzustellung

Ein aktueller Test der Arbeiterkammer bestätigt eine reibungslose Abwicklung bei Online-Bestellungen in Wien.

••• Von Chris Haderer

WIEN. Jede Medaille hat zwei Seiten: Während mehrere Feldversuche hinsichtlich kontaktlosen Kassensystemen in Supermärkten laufen, die das „Auschecken” erleichtern und beschleunigen sollen, erlebt auf der anderen Seite die Hauszustellung eine Renaissance. Allerdings nicht nach klassischem Muster, bei dem beispielsweise bestimmte Artikel quasi im Abo regelmäßig nach Hause geliefert werden oder der Bauer wöchentlich ein Gemüsekörberl vorbeibringt, sondern digital gestützt via Online-Bestellung. eCommerce-Systeme sind dabei, den Lebensmittelhandel zu erobern – und laut einem Test der ­Arbeiterkammer (AK) funktioniert die internetgestützte Hauszustellung bei den heimischen Supermärkten (und auch den Drogeriemärkten) „im Großen und Ganzen rund”, wie die AK beim Testen der Anbieter Bipa, dm, Billa und Merkur herausfand.

Unterschiede bei Zustellung

Bei der Zustellgebühr gäbe es allerdings große Unterschiede. Die beiden Drogerieketten Bipa und dm verlangen 3,95 €, Billa 5,99 € und Merkur 8,99 €. Bei Bipa und dm ist die Lieferung ab einem Einkaufswert über 45 € gratis, Billa stellt erst ab 25 € zu, Merkur ab 49 €. Die Lieferungen von allen Anbietern trafen laut den AK-Testern pünktlich ein. Bei einer Bipa-Zustellung habe ein Produkt gefehlt – die Reklamation war dann laut Arbeiterkammer eher „mühsam”.

Als Alternative zur Hauszustellung kann man die via Internet bestellten Produkte bei Billa (und Bipa) auch direkt im Geschäft abholen (dm und Merkur bieten keine Selbstabholung). Im AK-Test war allerdings bei Billa der Einkauf zum vereinbarten Abholtermin noch nicht fertig zusammengestellt; die Wartezeit betrug laut Arbeiterkammer etwa 20 Minuten – was einem konventionellen Einkauf entspricht.

Nicht kostendeckend

Billa hat erst im letzten Herbst einen neu gestalteten Online-Shop mit aufgestocktem Artikelangebot vorgestellt. Der Online-Shop ist derzeit allerdings noch nicht kostendeckend und wird deshalb von den etwa 1.000 Billa-Filialen quersubventioniert. Der Anteil am Gesamtumsatz von Billa liegt laut Billa-Vorstandssprecher Volker Hornsteiner bei nicht einmal einem Prozent. Dennoch „müssen wir beim Online-Handel dabei sein”, sagt Hornsteiner. Die einzig nennenswerte Konkurrenz in diesem Feld sei momentan der Großhändler Pfeiffer, der den Online-Markt gerade mit seinen Unimärkten aufmischen will. Nach der Zielpunkt-Pleite gibt es in der Branche allerdings auch Spekulationen über die Unimarkt-Zukunft. Der heimische Einzelhandel wird zu über 80% von Rewe, Spar und Hofer dominiert.

Neuer Lieferant

Neu im Reigen der Onlinehändler ist die Bio-Supermarktkette denn's, die in Österreich mit 21 Standorten vertreten ist. Sie liefert nun in Wien auch nach Hause. Die Zustellung erledigt der vor einem knappen Jahr gegründete Lieferservice ­Zuper. Auf der denn's-Website wird man zur Zuper-Homepage weitergeleitet, wo man den Supermarkt auswählt und im Online-Shop den virtuellen Warenkorb füllt. Zuper kooperiert bereits mit Billa, Hofer und Merkur. Die Liefergebühr betrage laut denn's je nach Gewicht zwischen 4,90 € und 7,90 €. Vorerst sind Bestellungen nur in Wien möglich, eine Ausweitung auf weitere Landeshauptstädte wie Linz und Graz sei laut denn's aber bereits in Planung.

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