RETAIL
Haar in der Suppe © Hervis

Hervis kam XXL zuvor und sicherte sich xxl.at als eigene Domain, für die norwegische Konkurrenz eine „Irreführung”.

© Hervis

Hervis kam XXL zuvor und sicherte sich xxl.at als eigene Domain, für die norwegische Konkurrenz eine „Irreführung”.

Redaktion 25.08.2017

Haar in der Suppe

Die Sporthändler XXL und Hervis liegen im Clinch wegen der Domain xxl.at; diese führt nämlich zu Hervis.

WIEN. Die Briten haben es probiert und sich daran ein bisschen verbrannt; nun wollen die Norweger ein wenig vom österreichischen Sportmarkt löffeln. XXL, ein norwegischer Sporthändler mit insgesamt 68 Filialen, öffnet ab Herbst seine ersten beiden Geschäfte in Wien. Österreich gilt als sportaffines Land mit hohen Pro-Kopf-Ausgaben für Sportartikel. Die britische Kette Sports Direct bekam allerdings wenig davon ab – die Eigenmarken, auf die der Sporthändler vorwiegend setzt, scheinen bei den Österreichern weniger beliebt zu sein als bekannte Industriemarken.

In der Folge mussten einige Filialen geschlossen werden, die u.a. dem norwegischen XXL angeboten wurden. „Der hiesige Markt ist wie geschaffen für uns. Entscheidend ist, keine Fehler zu machen”, sagte Patrick Verwilligen, der für den österreichischen Markt zuständige Leiter, noch im Juli. Ex-Sports Direct-Filialen in kleinen Städten wolle man nicht übernehmen.

Ein Suppenhaar in Übergröße

Doch ein Versäumnis gab es dann doch. Das Haar in der Suppe ist das Schlagwort für die Internetseite. XXL in die Suchmaske einzutippen, wäre für einen Sporthändler namens XXL das Naheliegendste. Doch leider sind diese drei Buchstaben hierzulande schon besetzt worden, kurz nachdem der neue Marktteilnehmer sein Kommen ankündigte.

xxl.at ist nicht XXL

Hervis, eine Tochterfirma des Lebensmittelhändlers Spar, ebenfalls Sporthändler, sicherte sich drei Domains für seinen Webauftritt. Alle drei bergen die Bezeichnung xxl. XXL sei eine Größenbezeichnung bei Bekleidung, sagt dazu Spar-Sprecherin Nicole Berkmann; eine „Irreführung für Konsumenten”, nennt es Verwilligen.

„Einer der Marktführer glaubt offenbar, uns kopieren zu müssen, noch ehe wir überhaupt einen Euro umsetzen”, so Verwilligen. Auf Anfragen habe Hervis bisher nicht reagiert. „Wir prüfen nun angemessene rechtliche Schritte.” Bevor die ersten Sportschuhe über die Ladentheke gehen, sollte das Problem allerdings behoben sein. Denn obwohl der Händler XXL an den lukrativen Standorten Shopping City Süd in Vösendorf und im Donauzentrum vertreten ist, sucht und bestellt der Kunde mittlerweile lieber online. (red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema