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Handel sagt Adieu zu Plastiksackerln © APA/Helmut Fohringer

Handel reduziert schrittweise die umweltverschmutzenden Plastiksackerl.

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Handel reduziert schrittweise die umweltverschmutzenden Plastiksackerl.

Redaktion 03.06.2016

Handel sagt Adieu zu Plastiksackerln

Langsam, aber sicher macht sich der Handel daran, die Plastiksackerl zu reduzieren. Rewe Deutschland geht sogar einen Schritt weiter und verbannt die Einwegtüten gänzlich.

WIEN. „Plastiksackerl verbrauchen wertvolle Ressourcen und belasten bei falscher Entsorgung die Umwelt, insbesondere die Gewässer”, erklärte Bundesminister Andrä Rupprechter im Mai versammelten Journalisten. Damals präsentierte Rupprechter gemeinsam mit NGOs und Vertretern des Handels die freiwillige Vereinbarung zur Verringerung der Anzahl aller Trage­taschen im Handel. Die Vereinbarung tritt mit 1. Juli in Kraft und ist ein verschärfter Vorläufer der EU-Plastiksackerl-Richtlinie, die als Zwischenziel vorsieht, dass die Mitgliedsländer bis 2019 auf 90 Sackerl pro Person und Jahr reduzieren – die ambitioniertere freiwillige Vereinbarung möchte die Einwegtaschen auf 25 pro Person und Jahr reduzieren (von aktuell 50).

Die Vereinbarung haben bisher u.a. Lidl, MPreis, Rewe International, Hofer, Spar, Unimarkt, Media Saturn, Deichmann und Tchibo/Eduscho unterzeichnet. Letzerer hat den Einwegsackerln schon Anfang Mai abgeschworen und ist auf nachhaltige Alternativen, wie Recycling-PET und Bio-Vlies, umgestiegen. Die umweltschonenden Bio-Vliestaschen werden aus gentechnikfreien und nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und können selbstverständlich mehrmals verwendet werden.

Weg mit den Tüten!

Auch die deutschen Nachbarn haben eine freiwillige Vereinbarung getroffen, wonach sie bis 2025 auf höchstens 40 Sackerl pro Einwohner kommen sollen (derzeit 71). Rewe Deutschland hat diese Woche angekündigt, den Verkauf von Plastiktüten ganz zu stoppen. Rewe will den deutschen Kunden in allen Supermärkten Alternativen aus Baumwolle und Jute sowie Permanent-Tragetaschen aus Recyclingmaterial, Kartons und Papiertüten anbieten; Restbestände würden in den Märkten aber noch bis Juli verkauft. Ein Großteil der Kunden befürworte die Aktion, so der Konzern.

Wer sich nun fragt, was mit den Obst-Sackerln geschieht, die bisher jeder Händler großzügig und zur freien Entnahme angeboten hat – sie sind von der Regelung ausgenommen. Einzig wird es die sogenannten Knotenbeutel im Kassenbereich nicht mehr geben. (nn)

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