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Handel wird heuer reich beschenkt © APA/Georg Hochmuth

Hotspots Auf die wichtigsten Einkaufs­zonen und Zentren Österreichs entfallen fast 20% des Weihnachts­umsatzes.

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Hotspots Auf die wichtigsten Einkaufs­zonen und Zentren Österreichs entfallen fast 20% des Weihnachts­umsatzes.

Nataša nikolić 16.12.2016

Handel wird heuer reich beschenkt

Dem österreichischen Online- und Offline-Handel bringt das Christkind 2016 voraussichtlich 1,64 Mrd. Euro.

••• Von Nataša Nikolic

WIEN. Das diesjährige Weihnachtsgeschäft nähert sich seiner Endphase. Mit dem (bisherigen) Verlauf kann der heimische Handel durchwegs zufrieden sein. Geld in die Kassen spülte vor allem das verlängerte, dritte Weihnachtswochenende rund um Mariä Empfängnis. Shoppingwillige Passanten drängten sich von Donnerstag bis Samstag durch überfüllte Einkaufsstraßen, meist auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken.

In den Einkaufszentren war die Lage ähnlich; Parkplätze gehörten dort zu den gefragtesten Produkten, da quasi Mangelware. Wenn es so weitergeht, schafft der Handel das prognostizierte Umsatzplus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2015 brachte das Weihnachtsgeschäft laut Wirtschaftskammer rund 1,63 Mrd. € (stationär und online im Inland); rechnet man die Umsätze dazu, die an ausländische Onlineshops gingen, so waren es RegioPlan zufolge rund 1,92 Mrd. €. Heuer sollen sogar 1,95 Mrd. € machbar sein.

Online fließt viel ins Ausland

Umfragen von Eurostat und RegioPlan sehen 44% der Onlineausgaben der Österreicher ins Ausland fließen – und damit am heimischen Handel vorbei. Eurostat sieht Österreich damit sogar auf Platz eins im Cross-Boarder eCommerce-Ranking.

Roman Seeliger (Wirtschaftskammer, Sparte Handel) ist zufrieden mit dem Verlauf des verlängerten Wochenendes rund um Mariä Empfängnis. Von der Kauffreude der Österreicher profitieren vor allem Einkaufsstraßen und -zentren, allen voran Mariahilfer Straße, Kärntner Straße und die Innenstädte von Graz, Innsbruck und Linz; zudem die frequentiertesten Einkaufszentren SCS in Vösendorf, ­Donauzentrum in Wien, Europark in Salzburg, Shopping Center Seiersberg und die Plus City in Linz. Randlagen hätten dagegen kaum Chancen, so ­RegioPlan. Rund 20% des gesamten Weihnachtsumsatzes würden auf SCS, Donauzentrum, Shopping Center Seiersberg, Plus City und die Mariahilfer Straße entfallen. „Diese machen gemeinsam den gleichen Weihnachtsumsatz wie der Online-Kanal”, schreibt ­RegioPlan in einer Aussendung.

„Sehr gut verlaufen”

Auf medianet-Anfrage sagte Matthias Franta, Center Manager des Donau Zentrums: „In der Zeit von Donnerstag bis Samstag durften wir um die 250.000 Besucher mit Spitzen von bis zu 80.000 pro Tag bei uns im Donau Zentrum begrüßen.” Salzburgs Europark zählte am Marienwochenende sogar 100.000 Gäste. „Wir sind mit der Besucherfrequenz in unseren SES-Shopping-Centern am superlangen dritten Adventwochenende sehr zufrieden”, hieß es auf Anfrage.

Zufrieden mit dem bisherigen Geschäftsverlauf ist auch der Tiroler Handel: Gegenüber der APA sagte Alois Schellhorn, Geschäftsführer der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Tirol, dass die dritte Einkaufswoche „insgesamt sehr gut verlaufen” sei. Der Wirtschaftskammer zufolge sei es auch den Grazer Kaufleuten gut ergangen, Spartenobmann Gerhard Wohlmuth schätzt den Umsatz auf 40 bis 50 Mio. € für die drei Einkaufstage um den Marienfeiertag. Über erste konkrete Umsatzzahlen will sich die Wirtschaftskammer nächste Woche, nach dem vierten Einkaufssamstag, äußern.

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