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Hornbach baut sich ein Europa-Haus © Hornbach
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christian novacek 09.06.2017

Hornbach baut sich ein Europa-Haus

Mit 9,6 Prozent Wachstum außerhalb Deutschlands bringt es Hornbach auf 1,7 Mrd. Euro Erlös im internationalen Geschäft.

••• Von Christian Novacek

Die Hornbach-Gruppe hat ihren Wachstumskurs fortgesetzt: Im Geschäftsjahr 2016/2017 (1. März 2016 bis 28. Februar 2017) erzielte der Hornbach Holding AG & Co. KGaA Konzern ein Umsatzwachstum von 4,9 Prozent auf 3,94 Mrd. € (Vorjahr: 3,75 Mrd. €). Das Konzernbetriebsergebnis (EBIT) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 14% auf 156,8 Mio. € (Vorjahr: 137,5 Mio. €). Die EBIT-Marge erhöhte sich von 3,7 auf vier Prozent.

Dank flächenbereinigter Umsatzsteigerungen und verbesserter Kostenrelationen wurde die niedrigere Handelsspanne mehr als ausgeglichen. Die Ertragsentwicklung profitierte zusätzlich davon, dass sich die nicht-operativen und außerplanmäßigen Ergebnisbelastungen im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 Mio. € verringerten.

Marktposition gefestigt

Bereinigt um nicht-operative Ergebniseffekte, stieg das EBIT der Hornbach-Gruppe um 5,7 Prozent auf 159,8 (Vorjahr: 151,2) Mio. €. „Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2016/2017 haben wir unsere Marktposition als einer der führenden europäischen Baumarktkonzerne ausgebaut und die Ertragskraft der Hornbach-Gruppe gefestigt”, erklärt Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Management AG. Und weiter: „Nach dem überwiegend durch Sondereffekte verursachten Ergebnisrückgang im Vorjahr zeigt sich jetzt erneut die Stabilität und Stärke unseres operativen Kerngeschäfts. Mit der konsequenten Fortsetzung unserer Innovationsarbeit – insbesondere bei der zunehmenden Digitalisierung unseres Handelsgeschäfts – haben wir die Basis für nachhaltiges Ertragswachstum in den kommenden Jahren verbreitert”, sagte Albrecht Hornbach anlässlich der Bilanzvorlage in Frankfurt.

International gut aufgestellt

Der größte operative Teilkonzern Hornbach Baumarkt AG hat sein internationales Filialnetz im Geschäftsjahr 2016/2017 mit Neueröffnungen in Prag, Rum bei Innsbruck sowie Amsterdam weiter ausgebaut. Nach der jüngsten Neueröffnung im April 2017 in Den Haag betreibt der DIY-Profi 156 Bau- und Gartenmärkte in neun europäischen Ländern.

Bei einem Umsatzplus von fünf Prozent auf 3,7 Mrd. € steigerte der Teilkonzern Hornbach Baumarkt AG 2016/2017 das EBIT um 8,1 Prozent auf 97,5 Mio. €. Das bereinigte EBIT verbesserte sich um 3,5 Prozent auf 102,8 Mio. €. Das höhere Betriebsergebnis ist u.a. auf die kräftigen flächenbereinigten Umsatzsteigerungen außerhalb Deutschlands (plus 5,1%) zurückzuführen.
Aber auch im Inland (in dem Fall: Deutschland) legte Hornbach flächenbereinigt zu – nämlich um 1,4 Prozent – und vergrößerte damit den Marktanteil innerhalb der deutschen DIY-Branche sogar ohne stationäre Neueröffnungen.
Auch der im Baustoffhandel tätige Teilkonzern Hornbach Baustoff Union GmbH steuerte im Geschäftsjahr 2016/2017 auf Wachstumskurs. Während sich der Umsatz um 4,8 Prozent auf 229 Mio. € erhöhte, stieg das EBIT von 2,3 auf 4,2 Mio. €.
Im Gegensatz zum Anstieg der Vorsteuerergebnisse ging der Konzernjahresüberschuss der Hornbach-Gruppe 2016/2017 um acht Prozent auf 89,9 Mio. € zurück; Grund dafür ist eine deutlich höhere Steuerbelastung als im Jahr zuvor. „Das Geschäftsjahr 2016/2017 war auch mit Blick auf die Börse sehr wichtig: Nach der Gewinnwarnung im Dezember 2015 konnten wir am Kapitalmarkt wieder spürbar Vertrauen zurückgewinnen”, ist Albrecht Hornbach überzeugt. Die Hornbach-Holding-Aktie legte im Laufe des vergangenen Geschäftsjahrs (exklusive Dividende) um knapp 16% auf 65,85 € zu.

Digital hemdsärmelig

Mittlerweile hat der DIY-Profi auch die umfassende digitale Transformation des Geschäftsmodells in die Hand genommen: Mit Mehraufwendungen in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe wurde der Bereich weiter vorangetrieben. Inzwischen sind außer in Deutschland auch in fünf weiteren europäischen Ländern Hornbach-Onlineshops am Netz; sie haben mit überdurchschnittlichen Zuwachsraten zum Umsatzanstieg beigetragen. Albrecht Hornbach dazu: „Die Trennung von Online und Offline verschwimmt zusehends. Gewinner werden die Unternehmen sein, die den Kunden auf allen Stationen seiner ‚Customer Journey' professionell abholen. Mit unserer Strategie sind wir im Wettbewerb hervorragend positioniert.”

Die Kunden dürften die konsequente Weiterentwicklung des Hornbach-Handelskonzepts jedenfalls honorieren. Das belegen Spitzenplätze bei Verbraucherstudien wie beispielsweise der erste Platz beim renommierten „Kundenmonitor Deutschland 2016”.

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