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Konzentrationsgrad im E-Commerce nimmt zu © Peter Endig/dpa/AFP

Big Player Der größte im heimischen E-Commerce ist der „unheimische” Amazon – in der Schweiz liegt der Branchenriese in den Erlösen nur auf Platz 3.

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Big Player Der größte im heimischen E-Commerce ist der „unheimische” Amazon – in der Schweiz liegt der Branchenriese in den Erlösen nur auf Platz 3.

christian novacek 27.10.2017

Konzentrationsgrad im E-Commerce nimmt zu

Das Kölner EHI-Institut hat den österreichischen und den Schweizer Onlinehandel verglichen.

••• Von Christian Novacek

Der E-Commerce-Markt in den Alpenländern befindet sich auf Wachstumskurs. Die 100 umsatzstärksten Onlineshops in Österreich erwirtschafteten im vergangenen Jahr 2,1 Mrd. € mit physischen Waren. Die Schweizer Top 100 konnten ihre Umsätze auf insgesamt rund 5,5 Mrd. CHF (4,7 Mrd. €) steigern und sind damit sogar im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Die Marktkonzentration hat in den Alpenländern nicht weiter zugenommen, bleibt aber nach wie vor auf hohem Niveau. Dies ergab die Studie „E-Commerce-Markt Österreich/Schweiz 2017”.

Wachstum prolongiert

Das Umsatzwachstum der Top 100 liegt mit neun Prozent etwa auf Vorjahresniveau (9,9%). In der Schweiz fällt das Umsatzwachstum der 100 führenden Onlineshops prozentual höher aus; sie konnten ihren Umsatz um 12,8 Prozent von 4,8 Mrd. CHF auf rund 5,5 Mrd. CHF steigern.

Die Marktkonzentration ist in beiden Alpenländern weiterhin auf einem hohen Stand. Ein minimaler Rückgang ist allerdings zu beobachten: Mit 841 Mio. € generierten die Top Drei in Österreich bereits rund 40% des Gesamtumsatzes der Top 100. Umsatztreiber sind unverändert die Branchenriesen, allen voran amazon.de mit 556 Mio. €, gefolgt von zalando.at mit 174,3 Mio. € und universal.at mit 111,1 Mio. €. Die zehn führenden Onlineshops konnten mit 56,7% (Vorjahr: 57,6%) sogar mehr Umsatz erwirtschaften als die Shops auf den folgenden 90 Rängen.

Schweizer Spitzen-Trio

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Schweiz: Rund 30% des Gesamtumsatzes entfallen auf die Top Drei. Im Gegensatz zur E-Commerce-Spitze in Österreich liegen die Umsätze der drei stärksten Onlineshops der Schweiz – digitech.ch (602 Mio. CHF bzw. 519 Mio. €), zalando.ch (534 Mio. CHF bzw. 460 Mio. €) und amazon.de (475 CHF bzw. 409 Mio. €) – noch eng beieinander. Die zehn umsatzstärksten Onlineshops beanspruchen mit 53% (Vorjahr: 54,4%) hier ebenfalls mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes der Top-100-­Onlineshops.

Generalisten liegen vorn

Im Ranking der 100 umsatzstärksten Onlineshops in Österreich bestimmen nach wie vor die Generalisten mit einem Anteil von 42,3% das Bild. Die Fashion-Anbieter sind mit 24,2% die zweitstärkste Branche im Ranking. Darauf folgen die Shops der Unterhaltungselektronik mit 17%. Die Dominanz der drei stärksten Branchen wird im Vergleich mit der viertstärksten Branche besonders deutlich. So machen Möbel und Haushalt nur noch einen Anteil von 3,1% aus.

Schweizer Ausgewogenheit

Der Anteil der Generalisten ist im Schweizer Onlinehandel mit 37,5% ebenfalls hoch, insbesondere in der Spitze. Sechs Generalisten befinden sich allein unter den Top Ten, allerdings sind die Branchenanteile im Vergleich zu Österreich gleichmäßiger verteilt. Hier belegen die Anbieter von Unterhaltungselektronik mit 21% Rang 2, gefolgt von der Bekleidung mit 15,3%.

Charakteristisch für den Schweizer Markt ist der hohe Anteil an Lebensmittelhändlern, die 9,1% für sich beanspruchen. Im Vergleich dazu liegt der Anteil an Lebensmittel-Shops in Österreich nur bei 1,7% und in Deutschland bei 1%.
39,6 Mrd. € haben die 1.000 umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland in 2016 erwirtschaftet, das sind 4,1 Mrd. € mehr als im Vorjahr. Den Löwenanteil des Gesamtumsatzes generierten mit 15,7 Mrd. € die zehn stärksten Anbieter.
Die 90 Shops hinter den Top Ten kommen in Summe auf 11,8 Mrd. €. Die Shops der Plätze 101 bis 500 kommen gemeinsam noch auf 8,3 Mrd. €. Für die kleinen Shops wird es dann allerdings zusehends eng im Kampf um den Kunden. So erreichten die Plätze 501 bis 1.000 bereits im zweiten Jahr in Folge weniger Umsatz als im Vorjahr, das waren 4 Mrd. €, und generierten in 2016 gemeinsam nur noch 3,8 Mrd. €.

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