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Lego wird immer brutaler APA EPA Yui Mok
APA EPA Yui Mok

Redaktion 23.05.2016

Lego wird immer brutaler

Wissenschaftler untersuchten Kataloge von 1973 bis 2015

WIEN/WELLINGTON. Längst nimmt es Lego mit den Konsolen- und Computerspiele auf liefert sich in den Kinderzimmern ein regelrechtes "Wettrüsten". Die Produkte der dänischen Firma sind in den vergangenen Jahren immer brutaler geworden, das stellen die Forscher in ihrer im Online-Journal "Plos One" veröffentlichten Studie fest. "Die Lego-Produkte sind nicht so unschuldig, wie sie es früher einmal waren", fasst Forscher Christoph Bartneck das Ergebnis der Studie zusammen. Lego stellt seine bunten Plastik-Bausteine seit 1949 her. 29 Jahre später tauchten in dieser heilen Welt erstmals Waffen auf - ein Set über eine Ritterburg enthielt Schwerter, Lanzen und Beile, wie Bartneck und sein Team von der University of Canterbury in ihrer Studie schreiben. Für ihre Untersuchung durchforsteten die Wissenschaftler Lego-Kataloge von 1973 bis 2015. Sie fanden heraus, dass die Sets stetig gewaltsamer wurden - inzwischen enthalten nach ihren Angaben 30 Prozent der Baukästen auch Waffen. Bartneck zufolge ist der Prozentsatz vermutlich noch höher, da ihre Daten nur kleine Waffen aus einem einzigen Baustein berücksichtigen - und nicht ganze Bauteile wie etwas den Planeten-zerstörenden Todesstern aus "Krieg der Sterne".

Vor zwölf Jahren wäre Lego beinahe pleitegegangen - der dänische Spielwarenproduzent hatte sich mit Lego-Kleidung und -themenparks verzettelt und zudem der elektronischen Konkurrenz zu lange zu wenig entgegengesetzt. Die Firma erfand sich damals neu: Sie konzentrierte sich aufs Kerngeschäft und begann, Themenbaukästen zu Kinokassenschlagern wie etwa Star Wars, Batman und Harry Potter anzubieten. Doch nicht nur die Zahl der Waffen nimmt bei Lego zu, sagen die Forscher. Auch die in den Katalogen dargestellten Szenarien würden immer brutaler. "Derzeit enthalten rund 40 Prozent aller Katalogseiten irgendeine Form von Gewalt - insbesondere die Szenarien, in denen es um Schießereien geht oder um bedrohliches Verhalten, haben über die Jahre deutlich zugenommen". Die kleinen Kunden nähmen diese Darstellungen vorwiegend als "aufregend" wahr.

Österreich, die Schweiz und Deutschland bleiben für den Baustein-Hersteller Lego weiterhin ein attraktiver Markt. Im Geschäftsjahr 2015 hat die LEGO GmbH die Consumer Sales um 9,1 % in Deutschland und um 8,8 % in der Schweiz gesteigert. In Deutschland stieg der Marktanteil 2015 um 0,3 Prozentpunkte* auf 17,2 %, in der Schweiz um 1,2 Prozentpunkte** gegenüber dem Vorjahr auf 19,7 %. Für Österreich antizipierte das Unternehmen vor einiger Zeit ähnliche Tendenzen wie in Deutschland. (dp)

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