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LEH und DFH retten Handelsbilanz 2016 © APA/Herbert Pfarrhofer
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daniela prugger 03.02.2017

LEH und DFH retten Handelsbilanz 2016

Das Ergebnis der Handelsbilanz ist laut WKO „annehmbar”, das Umsatzplus liegt nominell bei 0,9 Prozent.

Die Steuerreform im Vorjahr hat die Kauflust angekurbelt. Die steigenden Konsumausgaben fließen aber nur teilweise in den stationären Einzelhandel, denn: Die Sparquote hat sich genauso wie die Mietpreise erhöht. Absolut stieg das Umsatzvolumen im stationären Einzelhandel im vergangenen Jahr um 600 Mio. € auf rd. 68,2 Mrd. € (brutto, inkl. Ust, vorläufiger Wert).

Zu diesem Ergebnis kam die KMU Forschung Austria. ­Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), spricht von einer stabilen Entwicklung, die den heimischen Einzelhandel auszeichnet. Doch das nominelle Umsatzplus betrug gerade einmal 0,9 Prozent. Oder in den Worten Buchmüllers ausgedrückt: „Das ist ein annehmbares Ergebnis.”

Schwieriges Jahr 2016

Erfreulich sei, dass sich die Preissteigerungen im Handel absolut im Rahmen gehalten haben, so Buchmüller: „Die Verkaufspreise im Einzelhandel sind im Durchschnitt nur um 0,3 Prozent gestiegen. Die Zahlen zeigen auch, dass der Absatz von Waren im heimischen Einzelhandel gestiegen ist”, so Buchmüller.

Deutlich dynamischer als der stationäre Einzelhandel hat sich der Einzelhandel im Internet entwickelt, sagt Iris ­Thalbauer, Geschäftsführerin der Bundessparte Handel der WKO. Doch auch in diesem Segment flachte die Wachstums­dynamik der vergangenen Jahre etwas ab: Nach einem nomi­nellen Umsatzplus von sieben Prozent im Jahr 2015 konnte 2016 ein Online-Wachstum von vier Prozent erzielt werden. In Summe ist der Brutto-Jahresumsatz 2016 um rund 100 Mio. € auf etwa 3,4 Mrd. € gestiegen und erreicht damit knapp fünf Prozent des Einzelhandelsvolumens in Öster­reich.
Die Dynamik im Internet-Einzelhandel habe aber durchaus auch das konjunkturelle Wachstum im gesamten Einzelhandel, also stationär und online, verstärkt, so Thalbauer. „Rechnet man zur nominellen Umsatzsteigerung von 0,9 Prozent im stationären Einzelhandel 2016 den Anstieg im Internet-Einzelhandel von vier Prozent hinzu, liegt das nominelle Umsatzplus gesamt bei plus einem Prozent.” Dazu beigetragen habe auch eine stabile Entwicklung im Weihnachtsgeschäft. Vom Onlinehandel noch ziemlich unberührt sind die Lebensmittelhändler, die ein Drittel des gesamten Einzelhandelvolumens ausmachen.

Online sei Dank

In Summe sind die Weihnachtsumsätze im heimischen Einzelhandel (stationär und online) auf rund 1,63 Mrd. € gewachsen; das ist ein Plus von rund 5 Mio. € gegenüber 2015. „Mit rund 1,53 Mrd. Euro trägt jedoch nach wie vor der stationäre Einzelhandel den Großteil zum Weihnachtsgeschäft – nämlich rund 94 Prozent – bei”, so Thalbauer. Das höchste nominelle Umsatzplus – nämlich von zwei Prozent – hat im Jahr 2016 der Einzelhandel mit Schuhen und Lederwaren erzielt.

Handelsforscher Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria weiter: „An zweiter Stelle folgt mit dem Lebensmittel­einzelhandel die mit Abstand umsatzstärkste Branche. Der LEH konnte mit +1,9 Prozent einmal mehr überdurchschnittlich hohe Zuwächse erwirtschaften und trägt damit wesentlich zur positiven Entwicklung des Einzelhandels insgesamt bei.” Erfreulich war das Jahr 2016 zudem für den Einzelhandel mit kosmetischen Erzeugnissen (+1,6 Prozent), den Einzelhandel mit Sportartikeln (+1,2 Prozent) und den Einzelhandel mit Büchern und Schreibwaren (+1 Prozent) verlaufen.

Schwacher Bekleidungs-EH

Am schwächsten hat sich der Bekleidungseinzelhandel, die in Bezug auf den Umsatz zweitwichtigste Einzelhandelsbranche, entwickelt. Weitere umsatzstarke Einzelhandelsbranchen wie der Einzelhandel mit Möbeln (+0,5 Prozent) und der Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf (+0,1 Prozent), haben 2016 das Umsatzniveau des Vorjahres knapp übertreffen können.

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