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Lobesreden zum Weltmilchtag © AMA/APA-Fotoservice/Tanzer

Laudatoren Das „Milch-Bashing” werde mit den AMA-Zahlen widerlegt, so Ernährungswissenschaftler Jürgen König (Mitte). Michael Blass (AMA Marketing, r.) ließ die 68er wieder aufleben, und Florian Faber (ARGE Gentechnik-frei) die gentechnikfreien Produkte in Österreich.

© AMA/APA-Fotoservice/Tanzer

Laudatoren Das „Milch-Bashing” werde mit den AMA-Zahlen widerlegt, so Ernährungswissenschaftler Jürgen König (Mitte). Michael Blass (AMA Marketing, r.) ließ die 68er wieder aufleben, und Florian Faber (ARGE Gentechnik-frei) die gentechnikfreien Produkte in Österreich.

Redaktion 02.06.2017

Lobesreden zum Weltmilchtag

84% der Österreicher stehen Milch positiv gegenüber, ergeben neue AMA-Daten, frisch zum Tag der Milch.

WIEN. Die guten alten 68er-Jahre – „da gings der Milch noch gut”, eröffnete Michael Blass, Geschäftsführer der AMA Marketing, die Zusammenkunft am Milch-Symposium. Er habe nach einer Brücke gesucht, um diese Zeit wieder aufleben zu lassen – die Brücke war der Relaunch eines Milchglases. Eine Design-Ikone, die daran erinnern soll, dass Milch „seit vielen Generationen als wertvolles Nahrungsmittel geschätzt” werde, so Blass.

Da der 1. Juni als Weltmilchtag 2017 ausgerufen wurde, gab die AMA eine Umfrage in Auftrag, um sich die neuesten Daten der Konsumgewohnheiten in ­Österreich zu holen. Es zeigte sich, dass der Großteil der Bevölkerung (84%) der Milch „sehr positiv” bzw. „eher positiv” gegenübersteht; nur fünf Prozent können der Milch keine Vorteile abgewinnen. 98% der Befragten geben sogar an, Milch täglich mehrmals zu konsumieren. „Ein gutes Drittel verbraucht mehr als drei Liter Milch pro Woche”, so Blass. Das beliebteste Milchprodukt ist Käse, vor allem bei Männern und jungen Personen. Dahinter folgt Milch, die neun von zehn Befragten regelmäßig trinken, auf dem dritten Platz liegt Butter.

Alternative Milchfakten

Trotz der guten Bewertungen gab es in der Vergangenheit vermehrt Diskussionen über den Konsum von Milch, auch in Zusammenhang mit möglichen Intoleranzen oder Allergien. Auf Nachfrage der AMA gaben 41% der Befragten an, eine Intoleranz an sich festgestellt zu haben, die aber nicht von einem Facharzt untersucht wurde. Etwas mehr als die Hälfte (52%) hatte bestätigt, an einer Unverträglichkeit zu leiden, die u.a. fachärztlich oder von Ernährungsberatern bestätigt wurde. Somit ergibt sich ein verzerrtes Bild – einerseits gibt es Konsumenten, die Milch mögen und sie als wichtig für ihre Ernährung einschätzen; dem gegenüber stehen sehr viele Menschen, die glauben, an einer Allergie, zum Beispiel der „Kuhmilch-Eiweiß-Allergie”, zu leiden, so der Ernährungswissenschaftler Jürgen König. „Die ist aber sehr selten, nur ein Prozent der Bevölkerung leidet daran”. Allerdings gebe es da keine harten Daten, nur Einschätzungen, erläutert König. Milch- und Milchprodukte seien ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung, die empfohlenen Mengen von drei bis vier Milchprodukten pro Tag würden laut dem österreichischen Ernährungsbericht aber nicht erreicht. Auch die Laktose-Intoleranz werde häufiger angegeben, als sie in der Gesellschaft diagnostiziert wird: Nur 5% der Bevölkerung vertragen keinen Milchzucker. Oftmals, so König, verzichten Menschen auf Käse, obwohl dieser von Natur aus laktosefrei sei. „Ich finde es schade, wenn man aus nicht nachvollziehbaren Gründen darauf verzichtet.” (ow)

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