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Markant Österreich, die unsichtbare Kraft © leadersnet.at/katharina schiffl; Montage B. Schmid
© leadersnet.at/katharina schiffl; Montage B. Schmid

natalie Oberhollenzer 16.06.2015

Markant Österreich, die unsichtbare Kraft

Interview Andreas Nentwich, Geschäftsführer der Markant Österreich GmbH, über den jüngsten Neuzugang MPreis, die Vorteile einer Mitgliedschaft in seinem Unternehmen und die Umsetzung der neuen Lebensmittelverordnung.

Wien. Andreas Nentwich kennt die Konsumgüterwirtschaft in Österreich nur allzu gut. 20 Jahre lang war er in der Markenartikelindus-trie tätig, bei Kodak, Nielsen, Maresi, bei Nestlé und bei Schöller. Seit 2012 leitet er die Geschicke der Markant Österreich Gmbh sowie der ZEV Nah&Frisch Marketingservice Gesellschaft.

Dass er sich über die eigenen Unternehmen hinaus wichtiger Branchenthemen annimmt, beweist seine Ernennung als Co-Chairman der ECR Austria im Vorjahr. Seitdem ist er gemeinsam mit Manner-Vorstand Alfred Schrott für die grundlegende Strategie und Ausrichtung der Initiative, die Abstimmung der Ziele und Maßnahmen mit dem ECR-Manager sowie die Budgetkontrolle verantwortlich. Im Interview mit medianet retail zieht er Bilanz über die Umsetzung der neuen EU-Lebensmittelverordnung – und mahnt Branchenteilnehmer dazu, dass die Arbeit an und mit den Daten im FMCG-Geschäft noch nicht zu Ende ist; er erklärt, warum das neue Markant-Mitglied MPreis eine Perle ist, über die man sich sehr freut, und welche Vorteile sich für ein Mitglied seines Unternehmens ergeben.


medianet: Mit der Umsetzung der neuen EU-Lebensmittelverordnung hat nicht nur die Markant heiße Monate hinter sich. Wie ist die Durchführung verlaufen?
Andreas Nentwich: Erst im Oktober 2014 hat ein Gros der Industriepartner wirklich verstanden, dass wir ihre Daten brauchen, wenn am 13. Dezember ein Gesetz in Kraft tritt, dass auch für sie gilt. Wir haben mit aller Energie an dem Bereich gearbeitet, haben geschaut, unsere Datenbank gemäß der neuen Verordnung zu füllen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Daten von 96 Prozent der bei unseren Mitgliedern gelisteten Artikel in unserem Zentralen Artikelstamm eingepflegt; dabei reden wir von knapp 130.000 Datensätzen.

medianet: Das ist doch eine schöne Zahl.
Nentwich: Ja, aber 100 Prozent ist unser Ziel.
medianet: Wo steht Österreich im Europa-Vergleich, was die Umsetzung der Verordnung betrifft?
Nentwich: Am 20. April beim ECR Board hat uns Manfred Piller von GS1 einen Statusbericht gegeben. Dabei hat sich gezeigt, dass wir in Sachen Datenverfügbarkeit ein Musterschüler sind. Bei uns ist die Gesetzeslage relativ schnell gekommen und wird auch relativ strikt gehandhabt; in all unseren Nachbarstaaten in Osteuropa ist der Umgang viel lockerer.

medianet: Was bleibt noch zu tun?
Nentwich: Ich möchte die Branche sensibilisieren, dahingehend, dass die Arbeit nicht damit getan ist, dass man Artikel ein Mal einpflegt. Jede Änderung, neue Angebote, Aus- oder Umlistungen, Packungsrelaunches – bei alldem müssen die Daten im gewählten System geändert werden! Auch im ECR-Board werden wir aufgrund des verhältnismäßig guten Dastehens der heimischen Branche keinesfalls vom Gas gehen, sondern weiterarbeiten. Wir haben zwei Arbeitsgruppen gebildet: Eine beschäftigt sich mit NearFood, die andere mit B2B-Daten, Artikelpassdaten also, die für Konsumenten eher irrelevant, für die Logistikprozesse entlang der Wertschöpfungskette jedoch unverzichtbar sind. Wir bei Markant haben mit unserem Zentralen Artikelstamm eine Lösung, die schon jetzt B2B kann. Denn die Markant, aus Deutschland kommend, hat das Pferd andersherum aufgezäumt. Wir kamen aus der B2B-Seite und haben anlässlich der neuen Lebensmittelverordnung B2C aufgeschalten.

medianet: Ergeben sich dadurch Vorteile für die Mitglieder?
Nentwich: Eher ist es ein zeitlicher Vorsprung, weil wir den Bereich der B2B-Daten von vornherein in unsere Prozesse eingebunden haben. Da unser Datenmanagement qualitätsgeprüft ist und wir unseren Mitgliedern einen hohen Servicegrad bieten, ergibt sich für sie natürlich ein administrativer Vorteil.

medianet: Vor Kurzem ist der Tiroler Händler MPreis neues Mitglied der Markant geworden. Warum ist das ein Meilenstein in der österreichischen Markant?
Nentwich: MPreis ist ein ganz wichtiger Faktor für uns, weil es als familiengeführtes regionales Unternehmen perfekt zu uns passt. MPreis ist eine Tiroler Erfolgs-geschichte – immerhin ist Tirol das einzige Bundesland, wo weder Rewe noch Spar Marktführer sind. Für uns bedeutet der Neuzugang, dass wir unsere Position als Nummer drei im heimischen FMCG-Handel gefestigt haben (bezogen auf den Außenumsatz aller Markant-Mitglieder, Anm.).

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