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Mars schiebt den Riegel vor © APA/AFP/ANP/Lex Van Lieshout

Betroffen von der Rückruf-Aktion sind 21 Artikel der Marken Mars und Snickers sowie Milky Way und Celebrations.

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Betroffen von der Rückruf-Aktion sind 21 Artikel der Marken Mars und Snickers sowie Milky Way und Celebrations.

26.02.2016

Mars schiebt den Riegel vor

Die Rückruf-Aktion, die der Mars-Konzern in über 50 Ländern gestartet hat, ist gigantisch; was mit den eingesammelten Schokoriegeln passieren soll, steht noch nicht fest.

••• Von Daniela Prugger

BERLIN/WIEN. In einem Schokoriegel aus dem Hause Mars wurde vor kurzem ein kleiner Kunststoffteil entdeckt. Die Rückschlüsse, die der US-Konzern aus dem Einzelfall zieht: In insgesamt 21 verschiedenen Artikeln mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum vom 19. Juni 2016 bis 8. Jänner 2017 könnten ebenfalls Fremdkörper zu finden sein. Der Grund dafür: Die betroffenen Riegel wurden alle im selben Produktionswerk in den Niederlanden hergestellt. Insgesamt 59 betroffene Länder und Gebiete meldete das Produktionsland bei der Brüsseler Behörde, darunter alle Mitgliedsländer in der Europäischen Union, mit Ausnahme von Bulgarien und Luxemburg.

Mehrere Millionen Riegel

Laut dem Direktor des Unternehmens, Jack Tabber, sei beim Austauschen einer Leitung ein Plastikdeckel in den Produktionsprozess gelangt: „Das haben wir zu spät entdeckt”, so Tabbers gegenüber dem niederländischen Radiosender BNR. Das Plastikteil von etwa 15 Zentimeter Durchmesser sei zerkleinert worden und habe daher spitze Kanten. „Dadurch besteht die Möglichkeit, dass sich kleine Kinder verletzen oder sogar ersticken.” Die Kosten werden wohl in die Millionen gehen.

„Bis jetzt haben bereits zahlreiche Endverbraucher angerufen um sich zu informieren, ob ihre Produkte denn auch betroffen sind und wie sie denn zurückgeschickt werden können. Selbstverständlich ersetzen wir die Schokoriegel und übernehmen die Porto-Gebühr. Derzeit sind wir mit den Händlern im Gespräch, damit die Schokoriegel auch im Supermarkt zurückgegeben werden können”, erklärt Mars Austria-Sprecherin Franziska Zehetmayr gegenüber medianet. Man wolle jedes Risiko ausschließen, dass noch weitere Produkte mit Fremdkörpern im Umlauf sind. „Qualität ist das wichtigste für uns”, so Zehetmayr. Eine leichte Entscheidung war die breit angelegte Rückrufaktion deshalb aber trotzdem nicht. Es dürfte sich locker um mehrere Millionen Riegel handeln: Allein in den Niederlanden geht es um vier Millionen Riegel.
Die wirtschaftlichen Folgen können noch nicht abgeschätzt werden. Der lange Zeitraum ergibt sich daraus, dass sich die verschiedenen betroffenen Schokoriegel in ihren Haltbarkeitsdaten unterscheiden. „19. Juni 2016 bis 8. Jänner 2017 war deshalb der kleinste gemeinsame Nenner.” Auch was nach dem Einsammeln mit den Produkten passieren soll steht noch nicht fest. „Wir werden die Schokoriegel unter unsere Kontrolle bringen und erst mal lagern. Dann wird sich entscheiden was mit ihnen passiert.” Auch die einzelnen Fabriken werde man sich nun genau ansehen und entscheiden, welche Maßnahmen gesetzt werden müssen und wo Verbesserungsbedarf besteht.

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