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Nach Zielpunkt: Unimarkt-Chaos? © Michael Hügel/Unimarkt/picturedesk.com

Andreas Haider, GF von 127 Unimärkten, hat das Unternehmen verlassen.

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Andreas Haider, GF von 127 Unimärkten, hat das Unternehmen verlassen.

29.01.2016

Nach Zielpunkt: Unimarkt-Chaos?

Andreas Haider verlässt Unimarkt. Das Beben durch das Zielpunkt-Aus könnte jetzt auch andere Grundfesten des Handelshauses Pfeiffer erschüttern.

••• Von Christian Novacek

WIEN. Die Zielpunkt-Abwicklung läuft auf Schiene, Verzögerungstaktiken weist Erich Schönleitner, Geschäftsführer der Pfeiffer Holding, zurück. Das liege alles im „normalen Prozess”. Dass die Interessen bei der Abwicklung zwischen Zielpunkt-Anwältin Ulla Reisch – laut Brancheninsidern eine von den ganz guten – und Masseverwalter Georg Freimüller auseinanderdriften, versteht sich von selbst. Schließlich geht es für die Pfeiffer Handelsgruppe darum, einen Scherbenhaufen in eine Kontur zu bringen, hinter der sich weiterhin Umsätze und Gewinne lukrieren lassen.

Das für die Branche Interessante an der derzeitigen Situation ist also neben der Frage, wer wie viele Standorte abkriegt: Was bleibt übrig von der Handelsburg in Traun? Ist es ein Handelshaus oder schrumpft es auf ein Häuschen? Insider üben sich in Einigkeit: Mit den C&C-Märkten habe Pfeiffer das pulsierende Herzstück verkauft.
Die Lebenskraft von 127 Unimärkten (etwas mehr als 40 davon im Franchise) steht jetzt im Fokus: Als schlechtes Zeichen darf gewertet werden, dass deren Chef Andreas Haider glaubwürdigen Quellen zufolge bereits das Handtuch geworfen hat. Haider ist in zweiter Funktion Präsident des Franchiseverbandes – und weder dort noch bei Pfeiffer erreichbar. Abgesehen von Personalfragen wird für Unimarkt die Frage des Einkaufsgewichts der Pfeiffer Handelsgruppe entscheidend – inwieweit hier Allianzen mit dem C&C-Käufer Transgourmet greifen können oder Makulatur sind, das weist alsbald die Zukunft.
Aber auch der Großhandel, wo Pfeiffer zuletzt (2015) u.a. 268 Nah&Frisch-Kaufleute belieferte, ist kein umzäunter, geschützter Bereich. Gerade die Nah&Frisch-Kaufleute sind die Selbstständigsten unter Österreichs Sonne – gut möglich, dass es nun zu Bewegungen kommt, hin zu Spar und Adeg; oder, naheliegender: zum Nah&Frisch Kollegen Christof Kastner aus Zwettl/NÖ. Dieser meinte anlässlich seiner Jahres-Pressekonferenz gestern: „Ich werde alles geben, damit die Marke Nah&Frisch auch in Zukunft blüht und gedeiht.”

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Ihr Kommentar zum Thema (1)

  • Markus Neuner – Mittwoch, 03. Feb 2016, 13:22
    Was ist wenn nichts mehr geht? Wenn man sich die Frage stellen muss wer und was am Ende von der großen Handelskette Pfeiffer übrig bleibt. Vorher Zielpunkt jetzt Unimarkt, was kommt als nächstes dran? Ein Kartenhaus das immer mehr ins Wanken gerät und schlussendlich umfällt weil man immer mehr und mehr gewollt hat aber das Ziel nie erreicht wurde. Ich finde man darf keine Geschäftspolitik auf dem Rücken der Angestellten machen. Das ist total unfair weil ein Unternehmer der sich verspekuliert es niemals wieder gut machen kann.