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Österreichs Eier sind „clean” © LK OÖ

Zw-Ei-samkeit Franz Karlhuber, Obmann des Landesverbands der landwirtschaftlichen Geflügelwirtschaft, und Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, am Welteitag.

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Zw-Ei-samkeit Franz Karlhuber, Obmann des Landesverbands der landwirtschaftlichen Geflügelwirtschaft, und Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, am Welteitag.

Redaktion 13.10.2017

Österreichs Eier sind „clean”

Landwirtschaftskammer Oberösterreich sagt, der Kauf von heimischen Eiern sei der beste Schutz vor Fipronil.

WIEN. Als der Fipronil-Skandal seinen Höhepunkt erreichte, sah sich die österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (Ages) in einer „Zeit im Bild”-Ausgabe des ORF bemüßigt, die Konsumenten hierzulande zu beruhigen: Von den mit Insektenschutzmittel verseuchten Eiern kämen fast gar keine nach Österreich. Falls dann doch ein „verseuchtes” Ei im Einkaufskorb lande, sei auch nichts dabei. Man müsse ca. 70 Eier essen, um gesundheitlich gefährdet zu werden.

Hohe Anforderungen wirken

Für Österreich war es insofern auch nicht ein ganz so großer Skandal, als hierzulande die meisten Konsumenten zu Eiern aus dem Inland greifen. Mittlerweile ist vielen bekannt, dass die Haltebedingungen von Hennen in Österreich im Vergleich zu anderen EU-Staaten vorbildlich sind. Käfighaltung beispielsweise ist streng verboten, und damit hat das Land ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt. Nur etwa 15% des heimischen Eibedarfs werden mit Eiern aus dem Ausland gedeckt, diese stammen dann meistens aus der Käfighaltung, so der Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Franz Reisecker. Ganz kann sich der Lebenmittelhandel nicht vor den billigen Eiern verschließen, da nicht alle Verbraucher den Aufpreis für Eier aus tierfreundlicher Haltung zahlen wollen, so Reisecker.

Diese 15% entsprechen einer Menge von ca. 380 Mio. Eiern pro Jahr. Sie sind Franz Reisecker ein Dorn im Auge. Denn damit würde seiner Meinung nach das landesweite Käfigverbot durch den Import umgangen. Zweitens gebe es noch Aufholbedarf bei der Kennzeichnung bei Verarbeitungsprodukten mit Ei-Anteil. Bis dato ist es für die Verbraucher nicht durchgehend ersichtlich, ob die dort verarbeiteten Eier aus der Käfighaltung, aus Legebetrieben oder aus der Freilandhaltung stammen. Diese beiden Faktoren würden die Marktposition österreichischer Erzeuger schwächen. „Eier aus der EU-rechtlich noch erlaubten Form der Käfighaltung drängen auf den Markt und ­setzen unsere ­Eierproduzenten einem ruinösen Preiskampf aus”, so Reisecker.

Strenge Auflagen, sicheres Ei

Der Fipronilskandal brachte schlussendlich doch einen „bad news are good news”-Effekt mit auf den Markt: Die Österreicher konnten wieder einmal auf ihre unter strengen Tierschutz- und Umweltauflagen produzierten Eier verweisen. Die Betriebe halten hier im Schnitt etwa 3.000 Hennen und nicht 20.000 Hennen pro Stalleinheit, wo häufig Krankheiten mit Medikamenten im Futter bekämpft werden müssen. Für Konsumenten ist dieses Wissen die beste Form von Schutz. „Wer Eier um 1,19 Euro pro Zehnerpackung kaufen will, muss damit rechnen, dass es derartige Vorfälle gibt.” (red)

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