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Seestadt geht unter © SES

Für Marcus Wild, Chef der Spar European Shoppingcenters, ging ein „fantastisches Projekt” baden.

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Für Marcus Wild, Chef der Spar European Shoppingcenters, ging ein „fantastisches Projekt” baden.

Redaktion 20.01.2017

Seestadt geht unter

Das Projekt „Seestadt Bregenz” ist Geschichte. Zu teure Parkplätze schoben einen Riegel vor die Umsetzung.

BREGENZ. Das Großprojekt Seestadt Bregenz ist trotz jahrelanger Planungen abgesagt worden. Bernhard Ölz, Vorstand Prisma Holding AG, erklärte in einer Presseinformation, die Investitionssumme von mindestens 140 Mio. € sei „wirtschaftlich nicht darstellbar”. Ein Alternativprojekt dazu gibt es keines. Die Seestadt (auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände gelegen) hätte als urbanes Stadtquartier gestaltet werden sollen – inklusive einem Einkaufszentrum. Bereits 2012 hatten die Projektbetreiber – neben Ölz waren das auch die Kaufleutefamilie Drexel (Spar) bzw. die SES Spar European Shopping Centers GmbH – die Bebauung des Areals angekündigt. Vorgesehen war ein Investitionsvolumen von rund 95 Mio. €, um 14.000 m2 Handels- und 1.500 m2 Büroflächen sowie auf 4.200 m2 65 Wohnungen zu bauen.

Parkplatz in Toplage

Das Gebiet – es gilt als eines der attraktivsten im Ländle – liegt seit Jahrzehnten brach und wird derzeit als Parkplatz genutzt. Dabei ist das Projekt nicht zuletzt an der Parkplatzsituation gescheitert. So war vorgesehen, eine zweigeschoßige Tiefgarage mit 530 Stellplätzen zu errichten. Speziell die zweite Tiefgaragenebene (Kosten pro Stellplatz: 80.000 €) habe sich als extremer Kostentreiber entpuppt. Die Kostenexplosion koinzidierte in der Vorwoche mit einer Ironie des Schicksals: Die letzte für den Baubescheid ausstehende Einigung mit zwei Anrainern war erzielt worden. Die für das Projekt in den vergangenen Jahren aufgelaufenen Kosten bezifferte Ölz mit sechs Mio. €.

Guntram Drexel und Marcus Wild (SES) bedauerten die Absage des Bauvorhabens sehr. Wild sprach von einem „fantastischen Projekt” und einer Vermietungsumsetzung „über den Erwartungen” von 80%. Man habe die Chance verpasst, dauerhaft 500 Handels-Arbeitsplätze zu schaffen und – das in diesem Bereich großen Aufholbedarf habende – Bregenz zu einem Handelszentrum zu machen.
Drexel wies auf die hohe Kaufkraft im Rheintal hin. Die Nicht-Realisierung der Seestadt habe nicht nur für Bregenz, sondern für das gesamte Land Vorarlberg negative Konsequenzen. Wie es mit dem Areal nun weitergeht, ist völlig offen. An einen Verkauf sei allerdings nicht gedacht, betonte Ölz. (APA/nov)

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