RETAIL
Sinkende Umsätze und höhere Kosten © Peter Gugerell/Wikipedia/CC0.1.0

On the edge Derzeit sind die Expansionsabsichten vieler Einzelhändler flau, die Fillialnetzdichte der größeren Unternehmen scheint ausgereizt. Zum Beispiel entstehen immer weniger neue Einkaufszentren.

© Peter Gugerell/Wikipedia/CC0.1.0

On the edge Derzeit sind die Expansionsabsichten vieler Einzelhändler flau, die Fillialnetzdichte der größeren Unternehmen scheint ausgereizt. Zum Beispiel entstehen immer weniger neue Einkaufszentren.

Redaktion 25.08.2017

Sinkende Umsätze und höhere Kosten

Umsatzverluste lassen die Verkaufsflächen in Österreichs Einzelhandel um 200.000 m² schrumpfen.

WIEN. Der Strukturwandel im stationären Einzelhandel geht weiter, indem die Verkaufsflächen langsam, aber sicher dahinschmelzen. Allein 2016 haben 700 Geschäfte in Österreich für immer ihre Türen geschlossen. Damit sank die Zahl auf insgesamt 37.800 Läden. 2015 war es mit 1.400 Schließungen sogar noch drastischer. Besonders kleine Unternehmen, die häufig nur einen Standort zählen, sind von den sinkenden Gewinnmargen betroffen.

200.000 m² weniger Flächen

An der fehlenden Kauflaune der Österreicher liegt es jedoch nicht, denn da schauen die Zahlen laut Peter Buchmüller der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer satt aus. Er attestiert einen „kräftigen Aufwind” in der heimischen Handelswelt. Um 800 Mio. € (+2,5%) mehr habe der stationäre Einzelhandel in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nominell umgesetzt, fast 34 Mrd. € flossen in die Kassen der Geschäfte. Und trotzdem verringerten sich die Verkaufsflächen in Österreichs Einzelhandel um 200.000 m² im Vergleich zum Vorjahr, so eine aktuelle Studie von RegioData Research, welche jährlich Daten zur Handelslandschaft u.a. in Österreich erhebt. Diese prognostiziert auch, dass bis 2020 der stationäre Handel etwa 8% an Fläche eingebüßt haben wird.

Mehr Umsatz im Internet

Der Konsumoptimismus der Österreicher allein ist dann doch zu schwach, um den stationären Handel über die Runden zu bringen – auch, weil die Umsätze immer mehr im Internet generiert werden und von den Geschäften abziehen. In einigen Branchen mache diese Entwicklung laut RegioData über ein Viertel des Umsatzes aus. Die Kosten für die Bewirtschaftung der Handelsflächen wie Miete, Betriebskosten, Marketingaufwendungen, Personal, etc. werden nicht weniger, im Gegenteil, sie werden teuerer und immer schwieriger zu finanzieren.

Eingeschränkte Expansionen

Am deutlichsten seien die Auswirkungen in Branchen wie Spielwarenhandel, Buchhandel oder Elektrohandel zu beobachten. Die Produkte würden öfter im Netz bestellt, als im Laden gekauft. Die Folgen sind die Verkleinerung der Verkaufsflächen, sinkende Expansionen oder eben Insolvenzen.

Während einige auf schmelzenden Schollen treiben, expandieren Branchen wie Drogerien und Parfümerien, in Österreich munter weiter. Im europäischem Vergleich aber liege Österreich laut RegioData mit seiner Verkaufsflächendichte von 1,7 m² noch immer weit vorn. (red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema