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Sorgenkind Real verhagelt Mutter Metro das Ergebnis kräftig © EPA/Picturedesk.com/Julian Stratenschulte
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06.05.2015

Sorgenkind Real verhagelt Mutter Metro das Ergebnis kräftig

Ergebnisse Der Umsatz des Metro-Konzerns stieg im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 zwar auf 14,366 Mrd. € nach 14,326 Mrd. €. Aber das Sorgenkind Real hat den Handels­konzern tief in die Verlustzone ­gerissen.

Düsseldorf. Eine Abschreibung von einer halben Milliarde Euro auf das Sorgenkind Real – das hat den Handelskonzern Metro einiges gekos-tet. Wegen der Wertberichtigung für Altlasten bei Real summierte sich der operative Verlust (EBIT) im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 auf 590 Mio. € nach einem Fehlbetrag von 233 Mio. € im Vorjahr. Nach Steuern blieb ein Minus von 394 Mio. € stehen – vor Jahresfrist war es noch ein Verlust von 269 Mio. € gewesen.

Was wird aus Kaufhof?

Bei Metro fällt das Weihnachtsgeschäft ins erste Geschäftsquartal. Damit blieb nach sechs Monaten bei dem Düsseldorfer Konzern nach Minderheiten noch ein Gewinn von 10 Mio. € übrig, deutlich weniger als die 182 Mio. € im Vorjahr. Das operative Geschäft zeigte dagegen weiter einen Aufwärtstrend – der Umsatz legte zu. Vor allem bei Europas größter Elektronikhandelskette Media-Saturn klingelten die Kassen: Die Kette steigerte den Umsatz um 5,7 Prozent auf 5,1 Mrd. €.
Metro-Chef Olaf Koch sieht sich aber trotzdem auf dem richtigen Weg: Die Neuausrichtung des Konzerns zahle sich „zusehends aus”. Koch hat eine Online-Offensive gestartet, er setzt auf eine bessere Verschränkung zwischen Internet-Geschäft und lokalen Läden. Die Real-Supermärkte modernisiert Koch, auch in die Großmärkte in Deutschland will er investieren. Der Umsatz des Konzerns stieg im Quartal auf 14,366 Mrd. €.
Seine Prognose bekräftigte Koch: Metro wolle 2014/15 das EBIT vor Sonderfaktoren gegenüber den 1,727 Mrd. € aus den Vorjahr leicht steigern. Bei Metro war zuletzt wieder die Warenhauskette Kaufhof in den Fokus geraten; Insidern zufolge hat der kanadische Handelsriese Hudson's Bay ein Auge auf die Metro-Tochter geworfen. Kaufhof wies im Quartal einen leichten Umsatzrückgang aus. „Es gibt heute mehr Interessenten als in der Vergangenheit”, hatte Koch im Februar über Kaufhof gesagt. Für das Warenhaus-Konzept sieht er unter dem Dach der Metro keine ausreichenden Expansionschancen. (red)

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