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Soziokratische Shopping-Zirkel © Michael Schmid

EinjahrestagKrekoodel-Mitglieder aus dem Zyklus „Ducisse Austria: Kremser Frauenplätze”. Die FoodCoop gibt es nun seit einem Jahr und soll nun ausgebaut werden.

© Michael Schmid

EinjahrestagKrekoodel-Mitglieder aus dem Zyklus „Ducisse Austria: Kremser Frauenplätze”. Die FoodCoop gibt es nun seit einem Jahr und soll nun ausgebaut werden.

Redaktion 21.04.2017

Soziokratische Shopping-Zirkel

FoodCoops geht es nicht nur um Bio-Produkte; sie sind Kritik am gängigen Lebensmittel- und Agrarsystem.

KREMS/WIEN. Eigentlich ist Essen nichts anderes als Bedürfnisbefriedigung. Wird der Mensch hungrig, isst er. Dieses Grundbedürfnis nach Essen zu stillen, wurde zum Geschäftsmodell der Supermärkte. Ein Leben bzw. ein Einkauf jenseits gut gefüllter Supermarkt-Regale, mit exotischen Früchten aus aller Herren Länder, ist heute für den Großteil der Menschen unvorstellbar.

FoodCoops als Alternative

Doch zunehmend fanden sich Konsumenten, die sich daran störten – an dem verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln, an der Energieverschwendung im Transport oder an der Preisgestaltung der Lebens­mittel.

Die Alternativen zu Rewe, Spar, Hofer und Co. haben Namen wie Vorratskammer, ­Radieschenbund, Butz&Stingl oder Naschkasten. Hinter den amüsanten Namen stehen Lebensmittelkooperationen, sogenannte FoodCoops. In Österreich, dem Land mit der höchsten Supermarktdichte pro Einwohner, gibt es vermutlich auch die höchste Dichte solcher Vereinigungen. Denn was vor zehn Jahren als Bewegung in Wien begann, ist mittlerweile fast eine eigene Branche geworden.

Bio, saisonal und fair

An die 100 FoodCoops soll es bereits im Lande geben. Nach dem Motto ‚Zurück zur Wurzel, zurück zur eigentlichen Bedürfnisbefriedigung', schließen sich Konsumenten zu einem basis­demokratisch organisierten Verein zusammen. Über alles wird in der Gruppe abgestimmt; welche Lebensmittel eingekauft werden, von welchem Bauern aus welcher Region, wer welche Aufgaben übernimmt usw.

Mitgliedern von FoodCoops ist es wichtig, die Grenzen zwischen dem Produzenten und dem Konsumenten aufzuheben; Bürger und Bauer kommunizieren direkt miteinander.
Lange Lieferwege werden vermieden, und die Produkte zu fairen Preisen eingekauft. Deshalb werden vor allem biologisch produzierte Lebensmittel eingekauft, die von Bauern bzw. Produzenten aus der Region stammen. Relativ neu in der Szene ist Krekoodel, eine Kooperation aus dem Raum Krems. Der Name ist ein launiges Akronym für die umständliche Bezeichnung „Kremser Kooperative für dezentrale Lebensmittelnetzwerke”.

Kulinarische Stippvisiten

Die Kremser FoodCoop wurde vor einem Jahr gegründet und hat derzeit etwa 45 Mitglieder und will weiter wachsen. Sie legt wie viele ihresgleichen Wert auf regionale und biologisch angebaute Produkte.

Das Prinzip ist simpel: Wer Mitglied ist, kann seinen Wocheneinkauf bis Dienstag online bestellen und am Freitag abholen kommen. „Speisereisen” einzelner Mitglieder sorgen regelmäßig für neue Produkte. (red)

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