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Spitzenreiter und Online-Nachzügler © PantherMedia/sebastien decoret

KonzentriertJe weniger Handelsunternehmen in den einzelnen Branchen eines Landes tätig sind, desto höher ist der Onlineanteil – siehe Österreich oder Schweiz.

© PantherMedia/sebastien decoret

KonzentriertJe weniger Handelsunternehmen in den einzelnen Branchen eines Landes tätig sind, desto höher ist der Onlineanteil – siehe Österreich oder Schweiz.

Redaktion 28.04.2017

Spitzenreiter und Online-Nachzügler

In Großbritannien laufen 17 Prozent des Handelsumsatzes im Digital Retail, in der Türkei sind es 3,5 Prozent.

WIEN. Die Onlineanteile am Einzelhandelsumsatz steigen seit Jahren – und das in allen Ländern. Und zumindest wenn es nach dem Marktforscher ­RegioData geht, werden sie weiter steigen – nach Expertenmeinung mittelfristig auf etwa 30 bis 35 Prozent, quer durch die Branchen. Doch diese Anteile sind in den einzelnen Ländern höchst unterschiedlich: Während im Norden und Westen Europas die Onlineanteile relativ hoch sind, zeichnen sich im Süden und ­Osten niedrige Werte ab. So liegt Spitzenreiter Großbritannien bei fast 17 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes, die Türkei oder Russland bei gerade mal 3,5 Prozent.

Doch welche Faktoren sind es, die Höhe und Häufigkeit der Interneteinkäufe bestimmen? Oft wird die Verbreitung der technischen Ausstattung oder die Mentalität der Einwohner als Schlüsselkriterien genannt. Nach genauerer Betrachtung gibt es laut RegioData vier entscheidende Faktoren:

1. Die Kaufkraft

Je höher die Kaufkraft, desto höher ist der Anteil der Onlineeinkäufe. Bei einer hohen Kaufkraft bleibt mehr Geld für Dinge übrig, die man nicht unbedingt braucht, sich aber wünscht. Und bei diesen Warengruppen ist, im Gegensatz zu den Lebensmitteln, die man einkaufen muss, das Angebot im Internet gut und ausgereift.

2. Die Anbieter

Professionelle Anbieter in einer Branche steigern den Onlineanteil. Im Online-Musterland Großbritannien ist der Anteil vor allem deswegen so groß, weil die Bewohner im Lebensmittelbereich viel online einkaufen. Das wiederum hängt mit den ausgereiften Angeboten von ­Tesco & Co zusammen. Ähnliche Steigerungen konnte man beispielsweise in Deutschland und Österreich durch den Einstieg von Zalando beobachten.

3. Handelskonzentration

Je weniger Handelsunternehmen in den einzelnen Branchen eines Landes tätig sind, desto höher ist der Onlineanteil; ­Österreich, die skandinavischen Länder oder die Schweiz sind hier gute Beispiele.

4. Die Logistik

Die Möglichkeiten und der Reifegrad der Logistik sind für die Entwicklung des Internethandels in einem Land ebenfalls entscheidend. Ist aufgrund der Größe eines Landes, schlechter Infrastruktur oder mangelnder Transportmöglichkeiten die rasche Zustellung der bestellten Waren nicht möglich, punktet der stationäre Handel naturgemäß stärker als das Online­business. (nov)

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