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Unsere armen Bauern
christian novacek 28.10.2016

Unsere armen Bauern

Das Verteilen von Fördergeldern im agrarischen Bereich soll künftig über das Netzwerk Kulinarium laufen.

Die Finstere Brille ••• Von Christian Novacek

 

GOLDENER TOPF. Seit Kurzem gibt es das Netzwerk Kulinarium. Das hört sich nett an, ist aber eher so die Spinne, die da die tapferen Genussregionen in ihr Netz einspinnt. Das Netzwerk – gegründet vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) – soll agrarischen und regionalen Produkten die nötige Absatzpower verpassen. Weil, wie wir wissen: Regionalität ist in Sachen Lebensmittel mittlerweile das Verkaufs­argument schlechthin.

Die Fragen, die hier im Keim erstickt werden sollen, bevor jemand auf die Idee kommt, sie zu stellen: Wozu braucht's das? Es gibt doch eh die Genussregionen? Und die funktionieren doch prächtig? Es scheint da mehr um Fördermittel zu gehen, sprich: Das Netzwerk angelt die Gelder und teilt sie die dann auf. Hauptsächlich und mit größter Wahrscheinlichkeit an die AMA. Weil der muss schön langsam fad sein, wo sie doch dauernd nur so Milch- und Fleisch-Kampagnen fährt, wo alles fleischig-schön und milchig-weiß ist. Die Genussregion Österreich war/ist die erfolgreichste Marke im landwirtschaftlichen Bereich, aber sie ist halt mehr Initiative als Bauernapparatschik und Initiative ist hierzulande, speziell in jenen von der ÖVP gezogenen Ackerfurchen, offenbar weniger wert.

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