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Vöslauer will jetzt im Export mehr klotzen © Vöslauer
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christian novacek 12.05.2017

Vöslauer will jetzt im Export mehr klotzen

Der Mineralwasseranbieter strebt einen Exportanteil von 15 Prozent bis 2020 an, Hauptexportmarkt ist Deutschland.

••• Von Christian Novacek

Sowohl der schwache Sommer als auch ein harter Winter forderten 2016 die Mineralwasser-Branche. Im durchwachsenen Marktumfeld reagierte Vöslauer auf aktuelle Trends – und setzte auf innovative Produktneuheiten. Damit konnte der österreichische Mineralwasserhersteller 2016 die Nummer 1-Position am heimischen Mineralwassermarkt ausbauen – Vöslauer steht nun bei einem Marktanteil von 40,4%, was einem Umsatz von 94,6 Mio. € (2015: 98,1 Mio. €) entspricht.

Aber Vöslauer punktet nicht nur am heimischen Markt, sondern steigend vor allem in Deutschland. Im Export legte der Mineralwasserproduzent im Vorjahr um elf Prozent im Erlös und rund zwölf Prozent im ­Absatz zu – wodurch Vöslauer-Chef Alfred Hudler durchaus einen „Exportboom” zu erkennen vermeint.

Wasserbombe im LEH

Mineralwasser ist die führende Kategorie unter den alkoholfreien Getränken in Österreich. So sind im Lebensmittelhandel 2016 ca. 4,7 Mio. hl Jahresabsatz und rund 166 Mio. € Erlös erwirtschaftet worden. „2016 war für die Getränkeindustrie ein besonders forderndes Jahr”, resümiert Hudler unter Bezug auf miese Wetterverhältnisse. Er führt aus: „Gerade vor diesem Hintergrund haben wir 2016 jedoch voll auf unsere Stärken gesetzt.” Die Innovationskraft des Unternehmens resultiere wesentlich daraus, dass man in Bad Vöslau gern den Überblick behält: „Unsere Stärke ist seit jeher, langfristige Entwicklungen am Markt frühzeitig zu erkennen”, sagt Hudler. „Das hat sich auch 2016 bewährt: Ob im Handel oder in der Gastronomie, wir stellen den Konsumenten und Konsumentinnen für jede Gelegenheit das passende Produkt zur Verfügung.”

Ganz gut kommen Vöslauer-Produkte bei regionalen Nachbarn an. In Deutschland befindet sich das Unternehmen seit Jahren auf Erfolgskurs; 71% des Exports gehen dorthin. Der deutsche Mineralwassermarkt ist mit über 200 Brunnen und mehr als 500 Marken groß und herausfordernd.
In den letzten zehn Jahren ist es Vöslauer gelungen, sich sowohl in der deutschen Gastronomie als auch im Handel als Player zu etablieren – wobei speziell die Near Water-Konzepte für die gediegene Abgrenzung von den deutschen Mitbewerbern stehen. 2016 lag der Fokus besonders auf München, 2017 will man sich ebenso auf den Ausbau in den urbanen Zentren Berlin und Düsseldorf konzentrieren. Bis 2020 möchte das Unternehmen die Exportquote auf 15% pushen.

Trends & Innovationen

Ein Trend, der 2016 stark prägte und 2017 seinen Stempel aufdrücken wird, ist laut Hudler der Wunsch der Konsumenten nach gesundem Trinkgenuss. Ergo sind Vöslauer-Produkte abseits des klassischen Mineralwassersortiments ausgewogen gesüßt und enthalten wenig Zucker. Vöslauer Biolimo enthält beispielsweise um ca. 30% weniger Zucker als herkömmliche ­Limonaden. Auch Vöslauer Tee ist im Vergleich zu Eistee weniger gesüßt. Mit der Produktinnovation Vöslauer Tee bietet Vöslauer eine neue Produktkategorie, die natürliches Mineralwasser mit leichter Kohlensäure und echtem Tee-Extrakt (zu 100% bio und zu 100% vegan) kombiniert – als Alternative zu normalem Eistee (seit März 2017).

Erfolg mit Verantwortung

Nicht nur Produktinnovationen stehen bei Vöslauer an der Tagesordnung; auch der verantwortungsvolle Umgang mit Mensch und Umwelt ist dem heimischen Mineralwasserhersteller ein zentrales Anliegen. Alfred Hudler unterstreicht: „Wir wissen, dass Erfolg auch große Verantwortung mit sich bringt. Daher lag unser Fokus auch 2016 stark auf dem Thema Nachhaltigkeit. Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber für die regionale Bevölkerung sein und auch bleiben, denn ein Unternehmen ist immer nur so gut wie seine Mitarbeiter.”

Das Engagement von Vöslauer wurde 2016 mehrfach ausgezeichnet: Vöslauer erhielt das staatliche Gütezeichen „berufundfamilie”, weiters den Nachhaltigkeitspreis ASRA. Hier punktete Vöslauer mit der Senkung der CO2-Produktion pro Liter Getränk auf 19% sowie der Installation einer hochwertigen Photovoltaikanlage, die die jährliche Entnahme aus dem Stromnetz um rund 250.000 kWh senken wird – Hudler: „Wir beweisen damit: nachhaltiges Handeln zahlt sich aus.”

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