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Vom richtigen Umgang mit Müll © Spar Österreich/Peter Melbinger (2)

Zugzwang Christoph Holzer (Spar Steiermark-Geschäftsführer), Wilhelm Himmel (Nachhaltigkeitskoordinator Steiermark) und Johann Seitinger (Landesrat Steiermark) wollen ihr Bundesland sauber halten.

© Spar Österreich/Peter Melbinger (2)

Zugzwang Christoph Holzer (Spar Steiermark-Geschäftsführer), Wilhelm Himmel (Nachhaltigkeitskoordinator Steiermark) und Johann Seitinger (Landesrat Steiermark) wollen ihr Bundesland sauber halten.

Redaktion 21.04.2017

Vom richtigen Umgang mit Müll

Für mehr Bewusstsein für Mülltrennung und richtiges Recyceln werben der VÖEB und Spar Steiermark.

WIEN. 1,3 Mrd. t Lebensmittel werden im Jahr weggeworfen oder sind Verluste entlang der Wertschöpfungskette. Das entspricht rund einem Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel. Tonnen an Essbarem landen auch in Österreichs Müll – laut einer FAO-Studie von 2016 (Food and Agriculture Organization der Vereinten Nationen) werfen österreichische Haushalte bis zu 157.000 t an angebrochenen und original verpackten Lebensmitteln weg, über 90.000 t davon landen in der Biotonne.

Trennen, trennen, trennen

Aus Sicht der VÖEB (Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe), funktioniert die Mülltrennung in Österreich nicht schlecht.

Dennoch betont der VÖEB-Präsident Hans Roth anlässlich des „Mother Earth”-Tages am 22. April die Wichtigkeit der Mülltrennung – insbesondere von biogenen Abfällen. Der Präsident verweist auf den ökologischen sowie wirtschaftlichen Nutzen der Mülltrennung und rechnet hoch: Weitere 200.000 t Biomüll können jährlich gesammelt werden und zu Dünger verarbeitet werden. Zusätzlich könnten rund 10 Mio. € jährlich eingespart werden.

Bewusstsein stärken

Neben dem angeführten Sparpotenzial liegt der größte Hebel beim verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln – und das beginnt bereits beim Einkaufen.

Laut Greenpeace stammen 5% des Lebensmittelabfalls aus dem Handel und 42% aus den Haushalten. Daher startete Österreichs größter Lebensmittelhändler Spar eine eigene Initiative: zum Beispiel durch die Aufkleber „Lebensmittel sind kostbar” auf Waren, die das Haltbarkeitsdatum in Kürze überschreiten. Außerdem arbeitet Spar zusammen mit Herstellern daran, Mindesthaltbarkeitsdaten anzupassen, da Produkte oft auch nach dem ­Ablauf der angegebenen Frist noch in Ordnung sind.
In diesem Punkt sind sich nämlich Kunden oft unsicher, und viele noch genießbare ­Lebensmittel landen ungeöffnet im Müll. Ein Problem ist häufig auch die Vorportionierung u.a. bei Fleisch und Wurst; hier versucht der Händler, die Ware zunehmend in Bedienung anzubieten.

Motivation zum Recyceln

Die 5% Müll, die auf Kosten des Handels gehen, werden aber nicht außer Acht gelassen: Bei Spar in der Steiermark versuche man Überverpackungen der Waren einzusparen, so Christoph Holzer. Stattdessen setze man „auf wiederverwendbare Klappkisten”, ergänzt der Geschäftsführer von Spar Steiermark. Ganz im Sinne des Mother Earth Days, wirbt Spar Steiermark nun mit der Verlosung von Mülltrenntaschen, u.a. für Biomüll und Restmüll. (APA/red)

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