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Weiße Weste: Nöm acts neutral © Mario Pampel

Weniger CO2 Seit 2015 setzt die Nöm AG auf Ökostrom aus 100% österreichischer Wasserkraft und seit 2017 auf umweltfreundliches Erdgas.

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Weniger CO2 Seit 2015 setzt die Nöm AG auf Ökostrom aus 100% österreichischer Wasserkraft und seit 2017 auf umweltfreundliches Erdgas.

Ornella Luna Wächter 21.04.2017

Weiße Weste: Nöm acts neutral

Österreichs zweitgrößte Molkerei verfolgt seit 2008 ein Energiekonzept, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

••• Von Ornella Luna Wächter

BADEN. Die Nöm AG gehört nicht zu den Leugnern des Klimawandels. Sonst hätte die Molkerei in den vergangenen Jahren wohl nicht 15,5 Mio. € in nachhaltige Konzepte investiert. „Wir haben es als unsere oberste Bürgerpflicht betrachtet, diesen Weg einzuschlagen”, so Alfred Berger, Vorstand für Marketing, Verkauf und Finanzen der Nöm AG. Seit Jahren arbeite das Unternehmen daran, energieeffizienter zu produzieren und setze dabei auf Ökostrom aus Österreich.

Ineinandergreifende Pläne

Vielleicht ist der Plan, den ökologischen Fußabdruck ein paar Nummern kleiner zu machen, allein aus der Motivation des Unternehmens heraus entstanden. Berger selbst gibt an, dass die Nöm AG in den letzten Jahren stark gewachsen sei – und damit auch die CO2-Emissionen.

Doch über dem hauseigenen Energiekonzept schwebt auch die Klimapolitik der Europäischen Union, mit einem rechtlich verbindlichen Klimaschutz­abkommen.
Vor zwei Jahren hat man sich auf der Pariser Klimaschutzkonferenz ganz klar auf eine umweltschonendere Wirtschaft geeinigt. Damit soll auch die zunehmenden Erderwärmung auf nicht mehr als 1,5 Grad Celsius begrenzt werden. Das Ziel der ersten Etappe ist es, bis 2030 den CO2-Ausstoß um 40% zu ­reduzieren.

Investition in die Zukunft

Als zweitgrößte Molkerei des Landes verarbeitet die Nöm jährlich ca. 380 Mio. kg Rohmilch – da kommt einiges an Energieverbrauch zusammen. Zur Veredelung ihrer Milchprodukte werden vor allem thermische Energie und Strom für Kälte- und Druckluftanlagen und elektrische Anlagen gebraucht. Der Umgang mit Energie und anderen Ressourcen habe sich aber „grundlegend geändert”, so Josef Simon, Vorstand der Nöm AG. Um die hohen Energiekosten zu reduzieren, sei es dem Unternehmen gelungen, den CO2-Ausstoß zu verringern – auf 3.277 t jährlich. Man arbeite vor allem an der Wärmerückgewinnung, um den Energiebedarf zu reduzieren, führt Gerhard Bartak, Projekt Manager für Energie, aus. Die Nöm soll damit die erste CO2-neutrale Molkerei in Österreich sein und ein „Vorreiter” im Verfolgen der europäischen Klimaziele.

Viel Aufholbedarf

So vorbildlich die nachhaltige Unternehmenspolitik der Nöm AG auch ist: Den Klimaschutz-Index des ganzen Landes kann die Molkerei damit nicht beeinflussen; 2016 landete Österreich bei 61 Rängen auf Platz 41 und damit auf dem vorletzten Platz unter den EU-Staaten. Umweltschutzorganisationen, darunter Global 2000, kritisieren einen noch immer viel zu schwach ausgeprägten Reduktionstrend.

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