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Wie der Winter neue Blüten treibt © Panthermedia.net/HappyCity

Winterschlaf Im Winter gibt es im Garten wenig zu tun. bellaflora setzt daher auf ein Shop-in-Shop-Konzept mit Laniato, die auf vorerst 12 Standorten die Wolle zum Blühen bringen.

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Winterschlaf Im Winter gibt es im Garten wenig zu tun. bellaflora setzt daher auf ein Shop-in-Shop-Konzept mit Laniato, die auf vorerst 12 Standorten die Wolle zum Blühen bringen.

Redaktion 22.09.2017

Wie der Winter neue Blüten treibt

bellaflora bricht die Saisonalität des Gartengeschäfts auf, indem es ein neues Segment einführt: Wolle.

Was hat Wolle mit Blumen zu tun, mögen sich viele gefragt haben, als sie von den neuen Geschäftsplänen von bellaflora gehört haben: den Einstieg ins Wollgeschäft nämlich. Stricken und Gärtnern hat tatsächlich mehrere Gemeinsamkeiten: Beide sind eine handwerklich-schöpferische Tätigkeit, und in vielen Fällen sind es vor allem Frauen, die diese Tätigkeiten ausüben. Ergo: Dieselbe Zielgruppe wird bedient.

Stricken und Gärtnern eint

So sieht es auch Geschäftsführer Alois Wichtl: „Wir gehen davon aus, dass sich viele unserer bestehenden Kunden für Wolle interessieren und gleichzeitig viele wollaffine Menschen damit auch auf unsere Pflanzen aufmerksam werden.” Die erste Hypothese wurde bereits 2016 verifiziert: Im Vorjahr führte bellaflora nämlich das nicht-pflanzliche „Exklusiv-Sortiment” der Alpaka-Strickwaren ein. Die Produkte kamen besonders bei der weiblichen Kundschaft sehr gut an, viele hätten sich laut Wichtl für Stricken und Handarbeit interessiert. Diese Erfahrung war dann ausschlaggebend für die Erweiterung im Wollsortiment.

Das Gartengeschäft ist aber nicht zuletzt ein saisonales. Die besten Geschäfte lassen sich im Frühling und im Herbst machen, da es dann am meisten zu tun gibt; im Winter erfolgt dann eine Flaute, die Leute ziehen sich in die warme Stube zurück. Und nicht wenige versuchen sich dann offenbar an eigenen Strickkreationen.
Laut einer Markterhebung von meinungsraum.at soll jede fünfte Wienerin oder Niederösterreicherin in ihrer Freizeit häkeln oder stricken. Die saisonbedingten Rückläufe der Einnahmen könnten damit also wieder aufgepäppelt werden. Generell gebe es einen Do-It-Yourself-Boom, weil handwerkliches Arbeiten der Entschleunigung dient und u.a. die Kreativität fördert. „In den kommenden Jahren werden wir das Sortiment außerhalb des Gartenbereichs signifikant erweitern”, verspricht Alois Wichtl. „Den ersten großen Schritt setzen wir mit Wolle.”

Startschuss im Oktober

bellaflora setzt dabei auf Teamwork; Laniato, ein Wollgeschäft im dritten Wiener Bezirk, wird dabei der Partner des Gartenspezialisten. Der Woll-Shop ist gleichzeitig auch ein geselliges Café mit großem Holztisch, der einsamen Strickstunden auf der Coach entgegenwirkt. Kunden werden hier mit Kaffee und ­Kuchen bedient und mit fachlicher Beratung betreut. „Genau dieses Flair des Wollcafés bringen wir auch in unsere Standorte”, so Alois Wichtl.

Ab Oktober soll das Laniato-Sortiment also in Form eines Shop-in-Shop-Konzepts auch bei bellaflora erhältlich sein. Beginnen wird man in zwölf modernisierten oder neu gebauten Geschäften, die bereits die Alpaka-Produkte im Sortiment haben. Weitere Filialen will das Unternehmen dann in den kommenden Jahren noch umbauen. Zug um Zug, oder besser, Masche um Masche, soll Laniato dann Einzug halten.
Und vielleicht gelingt es auch, aus zwei Unternehmenskulturen eine gemeinsame zu machen. „Wir sind überzeugt, dass wir mit unseren Laniato-Sortiment ein interessantes Angebot für unsere Kundinnen schaffen”, ist Paula Thun-Hohenstein, Fachexpertin für Wolle bei bellaflora, überzeugt. „Wenn es im Herbst im Garten ruhiger wird, und sich die Menschen wieder mehr im Haus aufhalten, ist ein guter Zeitpunkt, um mit dem Stricken zu beginnen.”

Keine großen Woll-Player

Der Markteintritt selber sollte für bellaflora auch nicht schwer sein. Denn Kettengeschäfte die auf Wolle oder Strickwaren spezialisiert sind, gibt es in Österreich nicht. Allein im strickaffinen Wien und Niederösterreich unterhält „die grüne Nummer eins” neun Filialen und könnte damit auf einen Schlag zum ersten Woll-König werden. Zusätzlich gibt es noch 17 weitere Filialen, verteilt in Tirol, in der Steiermark, Oberösterreich, Kärnten und im Burgenland.

Auch für Laniato ergeben sich durchaus Vorteile: eben von vielen österreichweiten Standorten aus die Kundschaft zu erweitern. Neben der Tatsache, dass Laniato und bellaflora sich darüber einig sind, dass Stricken und Gärtnern grundsätzlich schöpferisch-kreative Handarbeiten sind und sie dieselbe Zielgruppe haben, teilen sie auch ein ähnliches Werteuniversum.
„So wie bellaflora auf Nachhaltigkeit setzt”, so die Woll-Expertin Paula Thun-Hohenstein, so setze Laniato auf Wolle aus tiergerechter Haltung von achtsamen Herstellern. Das Woll-Sortiment von bellaflora und Laniato umfasst heute etwa Merinowollen, Cashmere und Seidenmohair. Die Mitarbeiter bei bellaflora durchlaufen bereits eine Einschulung, um das Sortiment betreuen zu können. (red)

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