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Zielpunkt macht die Lichter aus © APA/Helmut Fohringer

Diese Woche, Mittwoch, schlossen die letzten 77 von ursprünglich 229 Zielpunkt-Filialen.

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Diese Woche, Mittwoch, schlossen die letzten 77 von ursprünglich 229 Zielpunkt-Filialen.

19.02.2016

Zielpunkt macht die Lichter aus

Rund 100 Standorte werden vom Mitbewerb übernommen, die Hälfte davon entfällt auf die beiden Marktführer Billa und Spar – mit Auflagen der Bundeswettbewerbsbehörde.

WIEN. Aus, vorbei: Bei der pleitegegangenen Lebensmittelkette Zielpunkt war diese Woche am Mittwochabend Kassaschluss. „Wir haben die letzten 77 Filialen geschlossen”, verkündete Masseverwalter Georg Freimüller. Die Bilanz der Verwertung: Rund 100 von einstmals 229 Standorten in Wien, Niederösterreich, Burgenland und der Steiermark werden von neun Händlern übernommen.

Der Großteil der Filialen ging an die Konkurrenz aus dem Lebensmittelhandel: Rewe übernimmt mit den Vertriebsschienen Billa, Penny 21 und mit Bipa vier Standorte – und damit (nach eigenen Angaben) 300 Arbeitsplätze. In nämlicher Dimension schlägt auch die Spar zu, also ebenfalls 25 Filialen. Für beide Marktführer gelten Auflagen der BWB wegen Wettbewerbsbedenken – bei Rewe bezieht sich das auf 19, bei Spar auf 9 Fälle. Das heißt unter Umständen, dass diese Händler für einen neu übernommenen Zielpunkt-Standort aus der Übernahme einen anderen schließen müssen.
Bei den Diskontern sicherte sich Hofer elf Standorte, Lidl lediglich zwei. Die Bio-Supermarktkette denn's bekam laut APA sieben, laut Eigenangabe fünf (siehe Story Seite 30) Geschäfte. Die türkische Lebensmittelkette Etsan kam mit acht Geschäften zum Zug.
Die restlichen 23 Outlets gehen an andere Branchen, konkret an die Drogeriekette dm (7), die Tierfachmarktkette Fressnapf (2) sowie Libro (1). Das auf Mitarbeiter bezogenen Fazit: Von rund 2.700 Beschäftigten werden zwischen 1.000 und 1.200 bei den neuen Betreibern unterkommen. Motiviert waren sie bis zuletzt: „Die Mitarbeiter haben uns bei der Verwertung sehr unterstützt. Die Ware ist restlos verkauft”, sagt Freimüller. (nov/APA)

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