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„Absurde Abweichung” © AHVV Verlags GmbH/Helmut Graf

Eva Dichand Trotz des signifikanten Minus im Vergleich zu 2014 sieht sich die Heute-Herausgeberin bestätigt.

© AHVV Verlags GmbH/Helmut Graf

Eva Dichand Trotz des signifikanten Minus im Vergleich zu 2014 sieht sich die Heute-Herausgeberin bestätigt.

Michael Fiala 08.04.2016

„Absurde Abweichung”

Auch für die beiden Gratis-Titel Österreich und Heute weist die MA zum Teil ein Minus aus. Liegt die Schuld in den MA-Erhebungsmethoden?

••• Von Michael Fiala

WIEN. Die Gratis-Tageszeitungzeitung Heute liegt in der aktuellen Media-Analyse erfolgreich auf Platz zwei hinter der Krone, auch wenn das Blatt mit 12,9% nationaler Reichweite und 938.000 etwas weniger Leser als 2014 erreicht. Vor allem in Wien wies die MA für der Gratiszeitung einen Rückgang von 3,1% auf aber noch immer mehr als beachtliche 32,3% aus.

Elf Mal Nummer Eins in Wien

Damit gelang es Heute, mit einer Reichweite von 32,3% (Schwankung +/–1,8 %) bereits zum elften Mal in Folge in der Media Analyse die Nummer 1- Position für Wien einzunehmen.
„Der starke Vertrieb von Heute in vier Bundesländern – Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Nordburgenland – sorgt mit 938.000 Lesern und einer Reichweite von 12,9% (Schwankung +/–0,5 %) für den hervorragenden zweiten Platz aller Tageszeitungen in ganz Österreich. Der Vorsprung auf die dahinter platzierte Zeitung Österreich beträgt in ganz Österreich beachtliche 322.000 Leser”, hießt es in einer Aussendung der Gratis-Zeitung.

„Wir möchten uns bei all unseren Leserinnen und Lesern bedanken und laden unsere Werbepartner ein, sich unseren Erfolg zunutze zu machen. Die Zahlen national, aber insbesondere auch für Wien sprechen eine deutliche Sprache – aber nicht nur in Print: Wir haben in einem durchschnittlichen Monat auf unserem Dachangebot von heute.at mittlerweile 1.4 Millionen Unique User – gemeinsam mit 938.000 täglichen Lesern sind wir überzeugt, für viele Werbeziele und Kommunikationsthemen genau der richtige Partner zu sein”, so Herausgeberin. Eva Dichand und Geschäftsführer Wolfgang Jansky in einer ersten Reaktion auf die MA-Zahlen.

„Krasser Widerspruch”

Für wenig Begeisterung sorgten die MA-Zahlen bei Oliver Voigt, CEO Mediengruppe Österreich. „Im krassen Widerspruch zu den mit Fakten erhobenen Auflagezahlen der ÖAK steht die veröffentlichte Media-Analyse, die v.a. den Gratis-Tageszeitungen – in krassem Widerspruch zu den tatsächlichen Auflage-Entwicklungen – Leser-Rückgänge ausweist. Der erwiesenen Auflagensteigerung um sieben Prozent österreichweit und um mehr als zehn Prozent in Wien steht in der Media-Analyse ein Leser-Rückgang um mehr als zehn Prozent gegenüber”, heißt es in der Aussendung.

Nach Meinung von Österreich sei die zum Teil „absurde” Abweichung der Entwicklung der Media-Analyse-Zahlen gegenüber den ÖAK-Zahlen auf eine einseitig beschlossene Methoden­umstellung der Media-Analyse im vorletzten Jahr zurückzuführen: Von der bis dahin „unbestrittenen” persönlichen Face-to-face-Befragung sei die Media-Analyse 2014 auf eine „höchst umstrittene”, primär online (CAWI und CAPI/CASI) durchgeführte Internet-Befragung umgestellt – „statt echten Adressen werden nun zur Hälfte künstlich generierte Telefonnummern als Befragungsquelle verwendet” so Oliver Voigt. Und Voigt weiter: „Wenn die Media Analyse wieder ein seriöses Instrument zur Messung der Medien-Nutzung in Österreich werden will, muss sie zur viele Jahre anerkannten Methode der persönlichen Face-to-face-Interviews zurückkehren und sich objektiven, externen Kontrollen mit international üblichen Kontrollwerten unterziehen – bis dahin bitten wir Sie, bei Ihrer Mediaplanung auf die harten und unbestrittenen Zahlen der Österreichischen Auflagenkontrolle zu vertrauen und nicht die heuer höchst umstrittene Media-Analyse zu verwenden.”

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