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Appetit auf Äpfel machen
28.04.2015

Appetit auf Äpfel machen

Frischer Wind Neuer OPST GmbH-Chef David Eibel will Marktstellung des steirischen Apfels deutlich steigern

Wachstum in Österreich und im Export und engere Zusammenarbeit mit dem Handel sind geplant.

Ruprecht/Raab. Anfang April hat David Eibel die Position des Geschäftsführers bei der Erzeugerorganisation OPST Obst Partner Steiermark GmbH, die hinter der Marke „frisch-saftig-steirisch”, 600 Apfelproduzenten und sieben Obstvermarktungsbetrieben steht, übernommen. medianet hat mit ihm über den Apfelmarkt, die aktuellen Trends sowie über die künftigen Pläne gesprochen. medianet: Sie konnten sich in den ersten Wochen ja schon einen ers-ten Überblick verschaffen. Wie fällt dieser aus?David Eibel: Grundsätzlich positiv ist, dass die österreichischen Verbraucher bei Äpfeln sehr gro-ßen Wert auf heimische Produkte legen und generell der Apfel mit Abstand das beliebteste Obst ist. Auf der anderen Seite machen uns die niedrigen Preise in Verbindung mit der Rekordernte in Europa im letzten Jahr zu schaffen. medianet: Wirkt sich auch der russische Importstopp negativ aus?Eibel: Ja, sicher. Weniger auf die Gruppe insgesamt, aber sehr wohl auf einzelne Produzenten. Zudem hat der Wegfall des russischen Markts ja nicht nur die österreichischen Hersteller getroffen, sondern jene in ganz Europa und dadurch ist auf allen anderen Märkten der Konkurrenzdruck entsprechend gestiegen. medianet: Betrifft das auch die Lage am heimischen Markt?Eibel: Nein. Äpfel aus dem Ausland spielen in Österreich eigentlich nur zur Saisonüberbrückung, etwa im Sommer, eine Rolle, denn die Konsumenten bevorzugen, wie schon gesagt, ganz klar Produkte aus Österreich. Konkurrenz für den heimischen Apfel kommt vor allem von anderen Obstsorten wie zum Beispiel Trauben, Beeren und Bananen.medianet: Wo werden Sie künftig die Schwerpunkte setzen?Eibel: Im Fokus unserer Strategie steht neben der Produktqualität ganz klar die Stärkung der Marke frisch-saftig-steirisch und die Steigerung der Marktanteile. Die liegen derzeit am heimischen Markt bei rund 60 bis 70%, und weitere 10% sind durchaus realistisch. Wachsen wollen wir auch im Export, und da vor allem in Deutschland, mit einem Anteil von etwa 30% an den Gesamtexporten, unserem wichtigsten Auslandsmarkt. Zwar zeigt sich auch dort, dass die Verbraucher Produkte aus dem eigenen Land bevorzugen, daneben sind aber österreichische Äpfel ebenfalls sehr beliebt. Dabei spielen sicher auch die Erfahrung der deutschen Urlaubsgäste eine Rolle.medianet: Können Sie schon sagen, welche Maßnahmen konkret gesetzt werden?Eibel: Dafür ist es jetzt noch zu früh. Wir werden in den nächsten Monaten die einzelnen Kernthemen definieren und anschließend über die Maßnahmen nachdenken. Was ich aber schon sagen kann, ist, dass wir die Zusammenarbeit mit dem Handel deutlich stärken wollen.

Bisher haben wir als Lieferant einen guten Job gemacht, künftig wollen wir uns als echter Partner für den Lebensmittelhandel positionieren und stärker auf die Wünsche der Verbraucher eingehen. Allerdings ist das ein Prozess, der viel Zeit erfordert, weniger, wenn es darum geht, etwa durch Marktforschung neue Erkenntnisse zu gewinnen, als vielmehr in der Umsetzung. Denn während etwa ein Joghurtproduzenten seine Produktionsanlage recht einfach für eine neue Geschmacksrichtung oder Packungsgröße umrüsten kann, sind wir in der Apfelproduktion an das Tempo gebunden, das uns die Natur vorgibt. (red)

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