SPECIALS
Den Trends voraus © IAKW-AG/Marius Höfinger
© IAKW-AG/Marius Höfinger

19.02.2016

Den Trends voraus

Das Austria Center Vienna geht neue Wege. Über Digitalisierung, neues Look & Feel und Teamwork.

••• Von Rudolf Grüner

WIEN. Nichts ist so beständig wie der Wandel – das gilt nicht zuletzt für die Kongress- und Tagungswirtschaft an den heimischen Hotspots. Im Austria Center Vienna beobachtet man aktuell Änderungen in der Teilnehmerstruktur (jünger, weiblicher, mehr Akkreditierungen aus Asien!) und einen nicht enden wollenden Hype rund ums digitale Netzwerken, eingebettet in emotionale Erlebnis- und Wohlfühlwelten – in Echtzeit. Wie man die weitere Entwicklung einordnet und ihr inhouse auch räumlich neuen Platz einräumt, hat ACV-Direktorin ­Susanne Baumann-Söllner im Talk mit medianet verraten.

medianet:
Trendwenden verlangen nach neuen Weichenstellungen. Welchen Strategiepfad schlagen Sie hier mit dem ACV ein?
Susanne Baumann-Söllner, Direktorin des Austria Center Vienna: Die Digitalisierung boomt. Die Ansprüche an Eventtechnik und Raumdesign steigen. Hier müssen und wollen wir die richtigen Antworten geben, sprich investieren. So bieten wir bereits ein hoch qualifiziertes WLAN für 20.000 Personen und stellen davon unseren Veranstaltern 100 MBit kostenlos zur Verfügung. Dies ist im europäischen Vergleich bis dato einzigartig.

In unserer neuen Business Lounge und dem angeschlossenen Café Motto (Anm. d. Red: beide wurden letztes Jahr eröffnet) ermöglichen wir den Kongressgästen ein hochprofessionelles und gleichzeitig stimmungsvolles, digitales Arbeitsumfeld. Und unsere innovativen Netzwerkbereiche, die sehr stark auch die emotionale Gefühlsebene ansprechen, sind erst der Anfang. Auch das neu installierte Lichtsystem im Saal A schlägt in diese Wohlfühlkerbe. Mit unseren 180 Räumen bieten wir schon jetzt größtmögliche Flexibilität – für Bewährtes, aber auch für neue Meetingformate wie etwa Open Space, World Café und Warp Conference.


medianet:
Wie reagieren Ihre Kunden auf das Neo-Investment? Zufrieden mit dem Feedback?
Baumann-Söllner: Eindeutig: Ja! Das liegt sicherlich auch daran, dass unsere Strategie und die daraus abgeleiteten Maßnahmen auf einer umfassende Marktforschungsstudie basieren, die auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden eingeht. Sehr gut wird die ausgebaute WLAN-Infrastruktur bewertet. Auch die neue Möblierung und die neuen Netzwerkbereiche punkten bei den Teilnehmern. ‚Look and Feel' und Multifunktionalität überzeugen.

medianet:
Welche Investments stehen 2016 auf der Agenda?
Baumann-Söllner: Unser nächstes Projekt ist die Schaffung von neuen Veranstaltungsflächen direkt auf der Eingangsebene. Geplant sind vier neue Meetingräume, zwei Lounge-Bereiche und ein High-Quality-Besprechungsraum. Damit können bestehende Kongresse noch weiter wachsen; zudem erweitern wir unser Raumangebot speziell für neue Meetingformate und kleinere Vorträge.

medianet:
Viel Platz für Neues also – und die einzelnen Geschäftsfelder? Wie ist hier der Stand der Dinge?
Baumann-Söllner: Am internationalen Markt ist das sehr krisenresistente Association-Geschäft, das oft drei bis fünf Jahre im Vorhinein gebucht wird, am stärksten. Wir merken jedoch, dass auch der internationale Corporate-Bereich immer mehr anzieht. Vor allem nehmen die Anfragen aus dem UK und den USA deutlich zu. Wir streben daher langfristig am internationalen Markt ein Verhältnis von 60% bei Association-Veranstaltungen zu 40% bei Corporate-Veranstaltungen an. Am Heimatmarkt erreichen wir mit Letzteren die höchste Auslastung; dazu zählen nationale Firmentagungen, Hauptversammlungen und große Firmenfeiern. Gerade durch unsere Investitionen in Erlebnis- und Wohlfühlfaktoren – wie unser innovatives Lichtsystem im größten Saal und die neue Möblierung – werden wir für nationale Veranstaltungen immer attraktiver.

medianet:
Die Buchungslage kann mit der Attraktivitäts­steigerung Schritt halten?
Baumann-Söllner: Auch hier ein klares Ja. Mit 77.000 internationalen Kongressgästen bei zehn Großkongressen ist das heurige Jahr sehr gut gebucht. Und mit dem internationalen Pharmazeutenkongress der International Society for Pharmacoeconomics and Outcomes Research (ISPOR) ist uns soeben eine weitere Vertragsunterzeichnung für 2016 gelungen. Das wird für das Jahr 2017 schwer zu toppen sein. Erfreulich ist, dass wir auch viele Anfragen vom nationalen Markt haben. 2018 sieht wieder besonders stark aus. So fixierte kürzlich der ‚pflegekongress', der heuer und auch 2017 bei uns im Hause stattfinden wird, bereits für die übernächste Kongress-Saison. Es zeigt sich, dass die geraden Jahre national wie international stark werden dürften. Anfragen haben wir aber auch schon für 2019 und die weiteren Folgejahre.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema