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Handelsmarken erobern Herzen der Konsumenten © medianet

Österreichische Konsumenten greifen bei Molkereiprodukten gern zu den Eigenmarken der heimischen Handelsunternehmen.

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Österreichische Konsumenten greifen bei Molkereiprodukten gern zu den Eigenmarken der heimischen Handelsunternehmen.

Nataša nikolić 19.05.2015

Handelsmarken erobern Herzen der Konsumenten

Eigenmarken Österreichische Händler sind allesamt mit der Entwicklung ihrer Molkerei-Eigenmarken zufrieden

Kunden schätzen vor allem das gute Preis-Leistungsverhältnis, lautet der allgemeine Tenor der Branche.

Wien. Eigenmarken stellen eine wichtige Einnahmequelle bei österreichischen Händlern dar. Viele sind auf diese Produkte besonders stolz, gehören sie doch zum Unternehmen wie keine anderen. Gerade Eigenmarken-Molkereiprodukte nehmen einen beträchtlichen Teil in den Kühlregalen der österreichischen Supermärkte ein und sind vergleichsweise billiger als Markenprodukte. medianet hat bei Hofer, Lidl, Zielpunkt und Spar nachgefragt, wie sich „Zurück zum Ursprung”, „Alpengut”, „Jeden Tag”, „Spar Natur*Pur” und Co entwickeln und wo die Trends liegen.

Trend: ESL und Bio

Der Discounter Hofer vertreibt mit einigen wenigen Ausnahmen fast ausschließlich eigene Produkte und macht mit seinen Molkereieigenprodukten „Zurück zum Ursprung” und Milfina weit über 90% des Umsatzes in diesem Segment. Bei Hofer entwickeln sich so- genannte ESL-Produkte (Extended Shelf Life), also jene mit einer längeren Mindesthaltbarkeitsdauer, überproportional gut. Ebenfalls zufrieden ist man bei Hofer mit den Naturjoghurts und den Weich- und Frischkäseprodukten. Hofer erwartet sich trotz eines sich ändernden Marktumfelds auch für heuer steigende Umsätze bei den Molkerei-Eigenprodukten, heißt es aus dem Unternehmen. In der Regel werden viele der Eigenprodukte von namhaften Herstellern produziert, die auch auf der Verpackung aufgeführt werden.
Auch Konkurrent Lidl führt hauptsächlich Eigenmarken, die etwa 80% des Sortiments einnehmen. Die eigenen Molkereiprodukte Alpengut, Dorfgold und „Ein gutes Stück Heimat” entwickeln sich gut, heißt es aus dem Unternehmen.
„Das österreichische Molkerei-Sortiment wird laufend – vor allem in Richtung Bio und Regionalität – erweitert, die Umsätze auf Artikelebene steigen stetig”, erzählt Alexander Deopito, Vorsitzender der Lidl-Geschäftsleitung.
Der Handelsriese Spar ist auf das Eigenmarken-Management stolz und erwartet weiterhin hohe Zuwachsraten für Spar Natur*pur und S Budget. „Die Lebensmittel-Industrie hat teilweise gewisse Trends verschlafen, was u.a. Bio-Produkte generell oder laktosefreie Molkereiprodukte im Speziellen betrifft. Wir haben schon vor 20 Jahren unsere Bio-Linie Spar Natur*pur erfolgreich eingeführt. Es gibt oft gar keinen Vergleich, da wir bei vielen Produkten der einzige Anbieter sind”, erklärt Unternehmenssprecherin Nicole Berkmann.

Keine Nachahmerprodukte

Bei Molkereiprodukten liegt der Eigenmarkenanteil der Sparprodukte derzeit bei über einem Drittel. „Die Zeit ist sicher vorbei, als Eigenmarken noch als ‚Me-too-Produkte' galten”, so Berkmann.
Die Pfeiffer Handelsgruppe, zu der auch Zielpunkt gehört, setzt hauptsächlich auf Markenartikel und führt Eigenmarken nur im Bio- und Preiseinstiegsbereich. „Ausgenommen im Bereich Milch – wo der Markt generell etwas rückläufig ist – ist die Entwicklung der ‚Jeden Tag'-Molkereiprodukte positiv und entspricht unseren Erwartungen”, sagt Erich Schönleitner, Holding-Geschäftsführer der Handelsgruppe. Wie hoch der Molkerei-Eigenmarken-Anteil ist, wollte Schönleitner nicht verraten. Nur so viel: Das Molkerei-Sortiment Preiseinstiegsmarke „Jeden Tag” ist vollständig und es sind keine neuen Produkteinführungen geplant.
Fazit: Konsumenten wissen mittlerweile, dass Eigenmarken durchaus mit Markenprodukten vergleichbar sind (nicht zuletzt, weil sie oftmals denselben Hersteller haben) und greifen deshalb gern zum günstigeren Produkt. Besonders bei Molkereiprodukten schätzen Konsumenten die Regionalität und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, sind sich alle Händler einig.

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