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„Keine Parallele” © medianet/Mikes

Helmut ­Hanusch „Das Thema war, dass die Menschen auf die traditionelle Weise nicht mehr erreichbar waren.”

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Helmut ­Hanusch „Das Thema war, dass die Menschen auf die traditionelle Weise nicht mehr erreichbar waren.”

Dinko Fejzuli 08.04.2016

„Keine Parallele”

Eine wichtige Erkenntnis der Media-Analyse ist, dass Reichweite und Auflage nicht parallel verlaufen.

••• Von Dinko Fejzuli

WIEN. Im Interview mit medianet sprachen Helmut Hanusch, Präsident der Media-Analyse, und Geschäftsführerin Petra Roschitz über die aktuellen Zahlen von 2015.

medianet:
Mit der neuen Erhebungsmethode kann man die Daten mit dem Vorjahr vergleichen. Wie lange wird man damit auskommen, bevor man wieder über Änderungen nachdenken muss?
Helmut Hanusch: Die wesentliche Änderung war nicht nur die Erhebungsmethode über Online, sondern auch die Stichprobenziehung. Das Thema war, dass die Menschen auf die traditionelle Weise nicht mehr erreichbar waren; das wird sich jetzt hoffentlich nicht mehr so bald ändern.

medianet:
Wie hoch ist die Bereitschaft der Respondenten, bei der Media-Analyse mitzumachen?
Hanusch: Die Stimmung ist allgemein gut, insbesondere auch mit der Bequemlichkeit, das Ganze zu Hause online aus­zufüllen. Wir schicken aber auch gern einen Interviewer vorbei.
Petra Roschitz: Ca. 40 Prozent lassen sich einen Interviewer vorbeischicken. Der Fragebogen ist immer derselbe, egal ob online oder direkt im Interview. Der Interviewer hilft nur bei Bedarf, der Fragebogen ist ein Selbstausfüller.

medianet: Wie wird man Mitglied der Media-Analyse?
Roschitz: Es gibt gewisse Richtlinien, um bei der Media-Analyse aufgenommen zu werden, wie zum Beispiel ein bestimmter Mindestanteil an redaktionellem Inhalt, regelmäßige Erscheinung, etc. Dann kann man um eine Mitgliedschaft ansuchen.

medianet:
Wie sieht der ­österreichweite Befund dieser Media-Analyse aus?
Roschitz: Natürlich gibt es immer auch Titel, die signifikant verlieren, und welche, die partiell dazugewinnen. Es ist aber schwierig, einen Globalbefund zu erstellen. Jeder Titel hat eigene Zielgruppen. Wenn ich in meiner Zielgruppe punkte, ist es nicht so wichtig, ob ich, national gesehen, im Vergleich zu anderen Titel gewonnen oder verloren habe.

medianet:
Welche Besonderheiten kann man herauslesen?
Roschitz: Wichtig ist auch zu sehen, dass die Auflage und Reichweite nie parallel zueinander gehen. Da gibt es eine Zeitverzögerung. So sieht man bei dieser MA, dass bei einigen Titeln die Auflage zurückgegangen ist, wie zum Beispiel beim Weekend, aber dabei ist die Zahl der Leser pro Exemplar stabil geblieben.
medianet: Dann bleiben wir gleich beim Thema. Österreich-Boss Wolfgang Fellner kritisiert die MA und führt das Minus bei seiner Zeitung auf die Methodenumstellung zurück, da aus seiner Sicht wichtige Zielgruppen - vor allem jüngere, urbane und mobile Leser - nicht mehr ausreichend erreicht würden. Was sagen sie zu der Kritik von Wolfgang Fellner an der Erhebungsmethode?
Hanusch: Das ist schlicht und ergreifend falsch. Die Methodenumstellung wurde nicht einseitig beschlossen. Es gibt einen einstimmigen Beschluss der Generalversammlung des Vereins ARGE Media Analysen vom 28. November 2013. Bei dieser Generalversammlung waren Vertreter von Österreich anwesend.

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