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Mit frischem Gemüse wird es wieder bunt im Lande
Jutta Maucher 28.04.2015

Mit frischem Gemüse wird es wieder bunt im Lande

LGV-Frischgemüse Der Saisonstart bringt eine Vielfalt an bekannten und neuen Gemüsesorten in den Handel

Mit Spezialitäten kann der Umsatz in einem durchwachsenen Markt durchaus angekurbelt werden.

Wien. Heimisches Gemüse hat wieder Saison. Auf den Märkten, in den Supermärkten und in sons-tigen Läden finden sich wieder Tomaten, Radieschen, Paprika, Zucchini, Salate und vieles mehr aus dem heimischen Anbau.

Dieser offizielle Startschuss in die Gemüsesaison, der heuer auf der Wiener Mariahilfer Straße vor der Barnabitenkirche stattfand, wird stets begleitet von Landwirtschaftsstadträtin Ulli Sima, die vom bunten, vielfältigen Angebot begeistert ist: „Die LGV-Gärtner und Gärtnerinnen haben einen hohen Stellenwert für die Lebensmittelversorgung in unserer Stadt – durch sie kann Wien sich selbst mit Gemüse versorgen. Das ist international einzigartig.”

Bunte Welt im Fernsehen

Gleichzeitig mit der Eröffnung der Saison startete kürzlich auch eine TV-Kampagne mit der Botschaft: „Ab jetzt gibt es wieder heimisches Gemüse.” Der neue Spot gliedert sich nahtlos in die laufende Werbekampagne „Naturgemäß” der LGV-Frischgemüse ein, die vergangenes Jahr mit EFFIE in Gold und Platin ausgezeichnet wurde.

Gleichbleibender Umsatz

Und ein Weiteres war gleichzeitig: Der Umsatz für 2014 wurde offiziell bekannt gegeben; mit prognostizierten 62,5 Mio. € blieb der Umsatz der Gärtnergenossenschaft nur 4% hinter dem Vorjahresergebnis. Das ist insofern positiv, da die Rahmenbedingungen schlecht waren: 2014 war ein trüber, warmer Sommer, und da stehen dann Grillen oder frische Sommersalate nicht im Mittelpunkt. Laut RollAMA wurden im zweiten Trimester 2014 im LEH im Vergleich zum 2013 8,7% weniger an Fruchtgemüse verkauft; dies entspricht einem Umsatzminus von 4% für den LEH. Besonders auffällig: das Minus bei Gurken (minus 19,9% Menge) und Paradeisern (minus 8,7% Menge) im zweiten Trimester 2014.„Als Rettungsanker in der Not erwies sich auch in diesem Anbaujahr wieder die Premium-Linie der LGV-Frischgemüsegärtner: Immer mehr Produzenten spezialisieren sich auf einzelne, besondere Sorten, die zwar aufwendiger in der Produktion und geringer im Ertrag sind, aber als Premiumgemüse dafür mit besonderem Geschmack und herausragender Qualität aufwarten”, heißt es in einer Aussendung der LGV. Die Verkaufssteigerungen bei den LGV-Spezialitäten seien teilweise enorm. Der Umsatz mit LGV-Cherry Tomaten habe sich von 2012 auf 2014 fast verfünffacht. Auch die Mini-Gurken seien sehr beliebt, ihr Umsatz habe sich in den vergangenen zwei Jahren um 75% gesteigert.

Gemüsevielfalt im April

Mit dieser Strategie der Vielfalt möchte die LGV auch in diesem Jahr punkten. Nicht zuletzt deswegen wurde der offizielle Start der Gemüsesaison von März in den April verlegt, wo es neben Radieschen und Salaten auch schon Paradeiser und Melanzani und vieles andere gibt. „In den letzten Jahren haben die Konsumenten immer wieder im Handel nachgefragt nach den heimischen Paradeisern, die im März noch nicht reif sind. Jetzt ist alles bereits in den Regalen”, so Gerald König, Vorstand der LGV-Frischgemüse, der weiter ausführt: „Die Konsumenten lieben die Abwechslung und finden bei unseren Spezialitätenangebot die Auswahl und Frische, die sie suchen. 2015 haben wir so viele Frischgemüsespezialitäten wie noch nie im Plan.”

Von Dolcinis bis Selektion

Mini-Gurken, Mini-Tomaten, gesteckten Wiener Vogerlsalat, Babyspinat oder weiße Melanzanis gibt es schon länger. Heuer neu ist die „Wiener Gärtner Selektion”. Das ist eine Gurke, die etwas kleiner ist als die klassische Salatgurke, dafür aber besonders knackig ist und weniger Kerne hat. Darüber hinaus wurden aufgrund der gro-ßen Nachfrage die Anbauflächen für kleine Paradeiserspezialitäten wie die Snacktomaten Dolcinis und die verschiedenen Cherry-Tomaten ebenso wie für die Ochsenherzenparadeiser erweitert. Besonders begeistert zeigt sich König über die Entwicklung der Salatspezialitäten: „Diese entwickeln sich prächtig; sie zeigen, dass unsere Strategie richtig war, Winterprodukte in den bis zum Vorjahr stillen Anbaumonaten zu forcieren. Und die Gärtner profitieren von einem stabilen Zusatzeinkommen.”

Regionalität kommt gut an

Die Gemüsehochsaison ist noch weit entfernt. Trotzdem sagt König: „Das LGV-Spezialitätenangebot erwirtschaftete innerhalb der ersten drei Monate dieses Jahres um ein Drittel (31,6 Prozent) mehr Umsatz als im Vergleichszeitraum 2005. Damals gab es nur Blattgemüse-Spezialitäten; heuer machen Fruchtgemüse-Spezialitäten, wie etwa die Mini-Gurken, bereits 18 Prozent des Umsatzes im ersten Quartal aus.” Dabei ist die Marktsituation äußerst schwierig einzuschätzen. „Die Endverbraucherpreise im Supermarkt sind hoch”, so König. Das hat zum Teil damit zu tun, dass es eine Konkurrenz zu den Südländern gibt, wobei von dort heuer das Angebot eher gering ist, was wiederum ein Grund für den hohen Preis sein könnte. Aber die Kunden wollen Frische und Regionalität, wie der Aufsichtsratsvorsitzende der LGV-Frischgemüse, Robert Fitzthum, anmerkt: „Die meisten LGV-Gärnter führen ihre Betriebe in Wien und Niederösterreich in vierter und fünfter Generation. Die Konsumenten schätzen diese Nachhaltigkeit und suchen gezielt die hohe Frische und hervorragende Qualität von unserem Gärtner ums Eck. Besonders im Frühling warten die Kunden schon sehnsüchtig auf die große Vielfalt an heimischen Frischgemüse aus den LGV-Gärtnerbetrieben.”

Geschichte LGV-Frischgemüse ist Österreichs größter Frischgemüseproduzent. Das genossenschaftlich organisierte Unternehmen wurde bereits im Jahr 1946 unter dem Namen „Landwirtschaftliche Gemüse- und Obstverwertungsgesellschaft für Wien und Umgebung” gegründet und vereint heute 108 Gärtnerfamilien aus Wien und Nieder-österreich. Aktuelles In der Zentrale in Wien-Simmering wurde die Photovoltaikanlage in ihrer zweiten Ausbaustufe vollendet. Die Leistung beträgt rund 575 Kilowattpeak und versorgt die ­Sortier- und Kühlanlagen mit sauberen Strom. Sorten Die LGV-Gemüsegärtner bieten während der heimischen Saison von Februar bis November viele verschiedene Gemüsesorten an, von Melanzani über Paradeiser, Paprika und Gurken bis Brokkoli oder Vogerlsalat. Umsatz Jahresumsatz 2014: 62,5 Mio. € (2013: 65 Mio. €); in beiden Jahren wurde jeweils eine Gemüsemenge von 38.000 Tonnen erwirtschaftet.

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