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Video erobert kleine Bildschirme © panthermedia.net/AndreyPopov

Size doesn’t matter: auch kleiner Screen bietet großes Sehvergnügen.

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Size doesn’t matter: auch kleiner Screen bietet großes Sehvergnügen.

23.06.2015

Video erobert kleine Bildschirme

Interactive Advertising Bureau In einer im Frühjahr in 24 Staaten durchgeführten Studie ließ IAB die Nutzung mobiler Bewegtbilder erforschen

Trotz geringer Displaygrößen wird Mobile Video immer stärker genutzt und beeinflusst damit den traditionellen Fernsehkonsum.

New York. Kleiner Bildschirm, kurze Videos – diese vereinfachende Aussage darf nach den Ergebnissen der Anfang Juni veröffentlchten Studie „Mobile Video Usage: A Global Perspective” als widerlegt angesehen werden. Durchgeführt wurde die Untersuchung von On Device Research im Auftrag des Interactive Advertising Bureau (IAB) in insgesamt 24 Staaten, darunter Großbritannien, Frankreich, Italien, Türkei, USA sowie in Österreich.

Starker Anstieg

36% der Befragten sehen zumindest täglich Videos, die länger als fünf Minuten sind. Kurzer Bewegtbildcontent kommt sogar auf 58% tägliche Nutzung am Smartphone. Ganze Filme oder Serien werden am stärksten in China auf mobilen Endgeräten gesehen. Unabhängig von der Länge der Formate wurde festgestellt, dass die Nutzung von Mobile Video gegenüber dem Vorjahr um 35% gestiegen ist. Am stärksten geschah dies in den USA mit 50% sowie Kanada, Neuseeland, Südafrika und Großbritannien mit zumindest 40% Zuwachs.
Dieser Trend beeinflusst auch den traditionellen Fernsehkonsum. So gaben in China und Singapur mehr als ein Drittel der Interview-ten an, weniger traditionelles TV zu nutzen. Wird TV konsumiert, dann läuft bei 22% regelmäßig parallel auch Bewegtbild auf ihrem Mobiletelefon. Dieses Nutzungsmuster zeigt sich über alle untersuchten Märkte mit Japan als der einzigen Ausnahme.
Apps spielen im mobilen Video-konsum eine wesentlich bedeutendere Rolle als mobile Websites. Knapp die Hälfte (48%) aller Märkte streamt fast ausschließlich über Apps, allen voran Großbritannien (63%), Brasilien (60%) und die Türkei (58%). Die höchste Bezahlbereitschaft und damit das größte Potenzial für Monetarisierung von mobilem Video via Subskriptionsmodelle gibt es in China (33%). Bereits deutlich abgeschlagen folgen die Märkte U.K. (25%), Kanada (23%), USA (23%) und Australien (21%).

Maßgeschneiderte Werbung

In Österreich wünscht sich nicht einmal jeder Fünfte bezahlte, werbefreie mobile Videos. Das Gros des Publikums weltweit (78%) präferiert werbefinanzierten Gratiscontent, wobei Werbung in mobilem Video maßgeschneidert sein soll, die Werbebotschaft also möglichst zum ausgespielten Videocontent passen sollte (28% Zustimmung). Hierzulande ist der Wunsch nach soziodemografisch getargeteter Werbung mit 23% im Vergleich zum Gesamtschnitt (17%) zudem überdurchschnittlich hoch.
Video Content-Provider selbst sind die wichtigste Quelle für das Finden von mobilem Video, allen voran YouTube mit 62%. Die Videoplattformen von TV-Stationen liegen dabei weit abgeschlagen bei nur 13%. Ein wichtiger Fundort von mobilem Video sind auch Social Media-Plattformen, in Österreich mit 41% sogar noch mehr, als weltweit gesehen (33%).
Über Werbung werden immerhin 14% des mobilen Videopublikums gewonnen. In Nordamerika spielt Werbung dabei eine deutlich größere Rolle (USA 22%, Kanada 18%).Jeder Seher ist dabei eine potenziell wichtige Multiplikationsquelle. Mehr als zwei Drittel teilen generell mobile Videos, die Hälfte davon sogar mindestens ein Mal pro Woche.
Die Österreicher können dabei noch etwas Motivation vertragen. Ihre Gesamt-„Share-Quote” liegt mit 66% im Mittel, mit 23% frequenten Multiplikatoren liegen sie aber zehn Prozentpunkte unter dem Gesamtschnitt. Das engagierteste mobile Videopublikum findet man in China, wo 81% generell weiterempfehlen und 52% sogar mindestens einmal pro Woche. (red)

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