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Wie geht’s weiter? © Gewista

Auf der neu gestalteten Mariahilfer­straße entstehen 26 freistehende digitale Werbeträger, die mit 84 Zoll HD-Screens ausgestattet sind.

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Auf der neu gestalteten Mariahilfer­straße entstehen 26 freistehende digitale Werbeträger, die mit 84 Zoll HD-Screens ausgestattet sind.

20.11.2015

Wie geht’s weiter?

Die Gewista bringt dieser Tage die digitale Out of Home-Werbung (DOOH) tatsächlich „auf die (Mariahilfer) Straße”.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. Nachdem die Gewista die sieben frequenzstärksten U-Bahn-Stationen in Wien komplett digitalisiert hat, konzentriert man sich nun darauf, digitale Out of Home-Werbung „auf die Straße” zu bringen.

Derzeit wird die Fußgängerzone Mariahilfer Straße mit digitalen Screens ausgestattet, die noch im Dezember in Betrieb gehen, sagt CEO Karl Javurek. „Gleichzeitig wird ein ‚Deluxe'-Netz mit zehn digitalen Screens im 1. Bezirk errichtet und nächstes Jahr den Kunden zur Verfügung stehen.”

Konvergenz zu Mobile

Die Zielsetzung besteht darin, hochwertige und ins Umfeld optimal integrierte Medien eben genau dort zu platzieren, wo die Menschen sich immer mehr aufhalten. „Das ist der reichweitenstarke öffentliche Raum, in dem auch die Mobilität steigt”, erklärt Javurek. „Das ist auch die Grundlage für eine erfolgreiche breite Etablierung von DOOH-Medien, die dann – neben der Entwicklung von Sonderwerbeformen – entsprechend der Neuerungen und Trends performen können.”

Es werde auch darum gehen, DOOH verstärkt in interaktive Konvergenz zu Mobile zu bringen, um mehrwertige, informative und unterhaltsame Werbebotschaften zu vermitteln – DOOH ist dann sozusagen „der verlängerte Arm in die digitale Welt”. Neben dem Wegfall von Druck- und Produktionskosten sind dann auch spontane Bewerbungen wie z.B. von Sonderangeboten oder auch wetterabhängig orientierte Inhalte – neben vielen weiteren kreativen Gestaltungs- und Ausspielungsoptionen – einfach und sekundenschnell schaltbar.
Eine weitere Produktinnovation der Gewista besteht im „De Luxe Digital Netz”: Auf der einen Seite dieser digitalen Werbeträger befindet sich ein 72 Zoll HD-Screen zur werblichen Nutzung, auf der anderen Seite ist ein lebensrettender Defibrilator angebracht, der im Notfall – ähnlich wie ein Feuerlöscher – entnommen werden kann. Es wird eine automatische GPS-Verortung durchgeführt sowie eine sofortige automatische Telefonverbindung mit der Notrufzentrale der Wiener Berufsrettung hergestellt. Auf dem neben den Defi angebracht Touchscreen stehen entsprechende Informationen zum Abruf.

De Luxe Digital

Der sich neben dem Defibrillator befindliche Touchscreen im 32 Zoll-Format, auf dem Infos zur Defi-Handhabung gezeigt werden, wechselt, wenn man ihn antippt, zu einem digitalen Stadtplan (die Inhalte stammen von Susi.at), der als Wegweiser und Infopoint zu allen relevanten Hotspots des jeweiligen Standortumfelds für alle Passanten kostenfrei nutzbar ist.

In der ersten Ausbauphase besteht das De Luxe Digital Netz aus drei Stück auf der Mariahilferstraße und weiteren neun Stück an Top-Standorten im innerstädtischen Bereich, wie der Rotenturmstraße/Fleischmarkt, der Schottengasse und dem Michaelerplatz. ­Javurek: „Die Einzigartigkeit unserer neuen Produkte wird die Werbetreibenden überzeugen, Kreativen tolle neue Gestaltungsmöglichkeiten bieten, und gleichzeitig auch eine beliebte Anlaufstelle für Passanten darstellen die sich informieren wollen, oder aber auch Leben retten.”

Der Erfolg im Markt

Bis dato habe man ausschließlich zufriedene Kunden, die positives Feedback geben, berichtet Karl Javurek. „Nicht umsonst ist auch international gesehen Digital Out of Home der stärkste Wachstumstreiber im Mediengeschäft.”

Die Frage, ob es Kannibalisierungseffekte gibt, weil sich die Kunden die Produktionskosten sparen und nur noch auf Digital setzen, verneint der Gewista-Boss: „Ein großer Teil der Kunden, die Digital Out of Home buchen, sind Neukunden. Darüber hinaus haben wir festgestellt, dass es keinerlei Kannibalisierungseffekte gibt, weil Digital Out of Home und das eventuelle Konkurrenzmedium City Light jene Geschäftsfelder sind, die das stärkste Umsatzwachstum haben. Andererseits können wir feststellen, dass durch die digitale Außenwerbung das gesamte Out of Home-Business attraktiviert und gestärkt wird.”
Die Fakten geben Javurek recht: Sieht man sich die Focus- Zahlen der ersten drei Quartale 2015 an, wird man feststellen, dass kein anderes Medium so stark gewachsen ist. „Out of Home hat mit rund drei Euro die günstigen Tausender-Kontakt-Preise aller visuellen Medien”, meint Javurek. Und: „Wir bringen definitiv kein Produkt in den Markt, das nicht rentabel ist.”

Die Außenwerbezukunft

Hauptthema der nächsten Jahre wird laut Javurek die Digitalisierung der Außenwerbelandschaft sein – „sowie weitere Schritte in Richtung Medienkonvergenz, also der Verbindung von Out of Home und Mobile Marketing. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass wir einige Top-Standorte von Megaboard entlang der Autobahnen digital entwickeln.” Diese Schritte müssten aber „natürlich auch im Einklang mit dem österreichischen Medienmarkt passieren, der sich sehr zaghaft entwickelt – die Nettoumsätze der Medienbranche bewegen sich ja derzeit erst wieder auf dem Niveau von 2008.”

Und wie kann die Gewista ihren Kunden dabei helfen, auch im Netz „stattzufinden”? Javurek: „Indem wir gemeinsam mit unserem Kunden spektakuläre Lösungen erarbeiten – wie z.B. die ‚Scary Shelter'-Kampagne für Sky, die immensen Niederschlag in den digitalen Medien fand.” Diese erreichte 15,5 Mio. Video Views und 320.000 Shares in den Sozialen Netzwerken.
Gleichzeitig lief natürlich auch eine klassische Out of Home-Kampagne, aber – so Javurek – „nur spektakuläre Inszenierungen on top an ausgesuchten Standorten bringen es zustande, in den Social-Media-Bereich hineinzu- wirken und Multiplikatoren-Effekte zu erzielen”. Solche Kampagnen entstehen zumeist in gemeinsamer Arbeit. „Sehr oft kommen Vorschläge von unserer Innovate-Abteilung”, präzisiert Javurek. „Wir wollen in erster Linie Ideen aufzeigen und einbringen, bei der Umsetzung helfen, jedoch nicht die Arbeit der Werbeagenturen und Mediaagenturen übernehmen. Das Wichtigste bei interdisziplinären Projekten ist es, dass der Kunde eine Kampagne bekommt, die ihn ein Stück erfolgreicher macht!”

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