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„Wollen so viele Menschen wie nur möglich erreichen” © leadersnet.at/Christian Mikes

ESC-Event-Manager Pius Strobl im medianet-Gespräch: „Wir wollen aber auch, dass der ESC in ganz Österreich sichtbar ist.”

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ESC-Event-Manager Pius Strobl im medianet-Gespräch: „Wir wollen aber auch, dass der ESC in ganz Österreich sichtbar ist.”

12.05.2015

„Wollen so viele Menschen wie nur möglich erreichen”

Song Contest Pius Strobl, Eventmanager des ESC, sprach im Interview mit medianet über Herausforderungen des bevorstehenden Großevents

Song Contest Event Manager Pius Strobl über seinen Job und die Möglichkeit, Österreich einzigartig zu repräsentieren.

Wien. Kurt Pongratz ist Leiter des Regie-Teams für das Fernsehgroßereignis, die Song Contest-Leitung liegt bei Edgar Böhm, Stefan Zechner ist für die TV-Show zuständig, und Pius Strobl ist Mr. Eventmanager des TV-Großereignisses. medianet traf ihn in der Stadthalle, dem Epizentrum des ESC, zum Gespräch.

medianet:
Herr Strobl, Sie sind kurz gesagt für alles zuständig, was außerhalb der TV-Show des ESCs passieren muss. Dazu zählt die Sicherheit des Events, das Catering, Hotelbuchungen, Transporte, Ticketverkauf, Sponsoring und noch einiges mehr. Wann haben Sie Ihre Arbeit aufgenommen?
Pius Strobl: Der offizielle Start meiner Arbeit begann am ersten September 2014; inoffiziell bin ich aber schon seit dem August 2014 tätig.

medianet:
In der Projektplanung sind Sie kein unbeschriebenes Blatt. Sie organisierten den Wiener Eistraum und erfanden das Public Viewing für Fußball in Österreich. Kurt Pongratz meinte, für ihn sei der ESC ein ‚Lebenstraum'. Ist er das auch für Sie, oder ob der gigantischen ­Aufgabe, die man hier zu erfüllen hat, manchmal sogar ein Alptraum?
Strobl: Der Song Contest ist sicherlich einer der großen Events überhaupt, für den man die Verantwortung übertragen bekommen kann. Ich kenne niemanden, der etwas in dieser Art schon mal gemacht hat, und ich bin stolz, dass man mir so viel Vertrauen entgegenbringt. Ich sehe diesen Event als eine Challenge und ich muss sagen, nach ­diesem Projekt wird mich wohl nichts mehr so leicht erschüttern (lacht).

medianet:
Konnten Sie für Ihre jetzige Aufgabe die Erfahrungen aus den Song Contest anderer Länder einholen und nutzen?
Strobl: Es gibt eine EBU-Organisation, die viel Know-how besitzt und dieses auch weitergibt. Allerdings sind die Veranstaltungen sehr unterschiedlich, und es ist nicht möglich, einzelne Aspekte komplett zu kopieren und für den eigenen Event zu nutzen.

medianet:
Der ESC wird die Blicke der Welt auf Wien richten. Eine größere Werbung kann es für Österreich nicht geben.
Strobl: Absolut. Deshalb werden wir natürlich die Möglichkeit nützten, so viele Menschen wie nur möglich zu erreichen um Öster-reich mit all seinen Facetten zeigen zu können. Wir haben zum Beispiel für Journalisten ein Sideprogramm erstellt; sie können aus gut 130 Angeboten auswählen und so kennen- lernen, was Österreich zu bieten hat. Wir wollen aber auch, dass der ESC in ganz Österreich sichtbar ist.

medianet:
Der ESC wird maßgeblich vom Publikum getragen, allerdings kommen immer wieder kritische Stimmen auf. Zuletzt veröffentliche die Kronen Zeitung eine Umfrage, nach der nur vier Prozent der Österreicher den Song Contest verfolgen wollen …
Strobl: … Ich erlebe täglich eine völlig andere Stimmung. Die Tickets für das Finale etwa sind komplett ausverkauft und auch die anderen Shows sind fast voll besetzt. Außerdem gehen wir davon aus, dass wir mit der TV-Übertragung eine Jahrhundertquote erreichen werden.

medianet:
Sie arbeiten mit einem begrenzten Budget, das natürlich allein nicht ausreichen würde. Woher kommen weitere finanzielle Mittel, um den Event zu finanzieren?
Strobl: Unsere drei Einnahmequellen sind die Rechte, die Ticketverkäufe und das Sponsoring. Wichtig war, dass die anderen Shows – abseits der beiden Semifinale und des Finales –, aufgewertet wurden, wie das noch nie zuvor der Fall war. Wir promoten diese und verkaufen auch hier Tickets. Es gibt insgesamt zwölf Shows, die eigentlich ident sind. Für die Künstler ist es wichtig, vor Publikum zu spielen, und wir nutzen die freien Plätze effizient aus.

medianet:
Viele Kritik mussten Sie sich auch aufgrund der Locationwahl einstecken? Die Stadthalle als Austragungsort wurde häufig kritisiert.
Strobl: Wer dies tut, muss eines bedenken: Nirgendwo anders in Österreich hätten wir einen Event in diesem Rahmen und mit diesem Budget spielen können. Man hätte überall anders große Investitionen tätigen müssen bis hin etwa zu einem Hallen-Neubau.

medianet:
Sicherheit ist auch ein großes Thema des ESC. Welche Maßnahmen wurden hier ergriffen?
Strobl: Man kann geopolitisch nicht so tun, als wäre die Gefahr vor Anschlägen oder sonstigen Angriffen kein Problem. Deshalb gibt es ein großes Sicherheitspaket, das wir ja vergangene Woche gemeinsam mit der Frau Innenminister auch der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Generell kann man sagen: Beim Song Contest in der Stadthalle gilt der gleiche Level wie bei einer Airport-Security.

medianet:
Zum Schluss: Gibt es etwas, was Sie nachts wach hält?
Strobl: Ich werde mindestens einmal in der Nacht wach, weil mir immer wieder Dinge einfallen, die man noch tun könnte. Natürlich könnten wir doppelt so viele Mitarbeiter haben oder ein doppelt so hohes Budget, aber auch so wird das ein tolles Erlebnis werden und es werden großartige Bilder von Österreich hinaus in die Welt ­gehen.

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